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BDE sieht Lücken im EU-Winterpaket

Die Europäische Kommission hat am 23. Dezember 2025 ihr „Circular Economy Winter Package“ vorgestellt. Das Maßnahmenbündel soll den Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft beschleunigen und setzt einen Schwerpunkt auf Kunststoffe.
Erstellt mit ChatGPT
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Der BDE bewertet den politischen Ansatz grundsätzlich positiv, sieht jedoch keine ausreichenden Antworten auf die aktuelle wirtschaftliche Lage der Kunststoffrecycler.

Die Kommission beschreibt die strukturellen Herausforderungen der Branche zutreffend. Fragmentierte Märkte, hohe Energiepreise und der deutliche Preisverfall bei Primärkunststoffen belasten europäische Recycler seit Monaten. Das Winterpaket bleibt jedoch weitgehend bei der Problembeschreibung stehen. Kurzfristig wirksame Instrumente zur Stabilisierung der Nachfrage nach Rezyklaten und zur Sicherung europäischer Recyclingkapazitäten fehlen.

„Die Lage der Kunststoffrecycler ist ernst. Viele Unternehmen kämpfen ums wirtschaftliche Überleben“, erklärt die Geschäftsführende BDE-Präsidentin Anja Siegesmund. „Wenn europäische Recyclingziele weiterhin ohne klare Herkunftsvorgaben erfüllt werden können, droht eine Verlagerung der Wertschöpfung ins Ausland. Das schwächt die Kreislaufwirtschaft in Europa genau zu dem Zeitpunkt, an dem wir sie dringend stärken müssten.“

Die angekündigten Maßnahmen sind aus Sicht des Verbands überwiegend mittel- bis langfristig angelegt. Dazu zählen neue Zollcodes für recycelte Kunststoffe, zunächst für PET, die Weiterentwicklung von Abfallendekriterien für Rezyklate sowie strengere Kontrollen bei Importen von Kunststoffen für den Lebensmittelkontakt. Auch der Neustart der Circular Plastics Alliance und Pilotprojekte für transregionale Kreislaufwirtschafts-Hubs können kurzfristig keine wirtschaftliche Entlastung für Recycler bewirken. Sie können zwar zur Verbesserung von Transparenz und Rahmenbedingungen beitragen, entfalten jedoch keine unmittelbare Marktwirkung.

Ein zentrales Defizit sieht der BDE weiterhin in fehlenden verbindlichen europäischen Vorgaben zur Beschaffung von Rezyklaten. Ohne klare Herkunftsanforderungen besteht das Risiko, dass gesetzliche Rezyklatquoten zunehmend durch Importe erfüllt werden. Dies schwächt europäische Recyclinganlagen, führt zu Marktanteilsverlusten und verzögert Investitionen in neue Kapazitäten.

„Eine ‚Made-in-Europe‘-Regelung für recycelte Kunststoffe wäre ein klares Signal an den Markt gewesen“, betont Anja Siegesmund. „Sie hätte sofort Nachfrage geschaffen, Planungssicherheit erhöht und Investitionen in moderne Recyclinganlagen abgesichert. Diese Chance hat die Kommission im Winterpaket leider ungenutzt gelassen.“

Nach Auffassung des Verbands hätte eine europäische Herkunftsregelung für recycelte Kunststoffe kurzfristig Nachfrage schaffen und Investitionssicherheit erhöhen können. Eine solche Regelung ist im Winterpaket jedoch nicht vorgesehen.

Der BDE fordert die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und die Mitgliedstaaten auf, diese Lücken zeitnah zu schließen. Der angekündigte Circular Economy Act sollte verbindliche Sourcing-Vorgaben enthalten und faire Wettbewerbsbedingungen für europäische Recycler sicherstellen. Nur bei wirtschaftlich tragfähigen Rahmenbedingungen kann die Kreislaufwirtschaft in Europa dauerhaft zur Ressourcensicherung, zum Klimaschutz und zur industriellen Wertschöpfung beitragen.

Quelle: BDE
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