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Lachgasreduktion mit RTO-Technologie

Die ARA Bern setzt seit 2025 auf eine Regenerative Thermische Oxidationsanlage zur Reduktion von Lachgasemissionen. Die Anlage wurde von der CTP Air Pollution Control GmbH geliefert und erreicht eine Abscheiderate von über 95 %. Lachgas zählt zu den klimarelevanten Emissionen in der Abwasserreinigung, da es eine lange atmosphärische Verweildauer aufweist und ein deutlich höheres Treibhauspotenzial als Kohlendioxid besitzt.
Lachgasreduktion mit RTO-Technologie
Copyright: CTP Air Pollution Control
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Relevanz von Lachgas in Kläranlagen

In biologischen Reinigungsstufen und bei der Faulwasserbehandlung entstehen erhebliche Mengen Lachgas. In der ARA Bern beliefen sich diese Emissionen auf mehr als 10.000 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr und machten den Großteil der gesamten Treibhausgasemissionen der Anlage aus. Mit der Inbetriebnahme der RTO-Anlage im August 2025 wurde eine technische Lösung implementiert, die eine gezielte und kontinuierliche Reduktion ermöglicht.

Anlagenkonzept und Energieeffizienz

Die eingesetzte RTO-Technologie basiert auf einer thermischen Zersetzung von Lachgas in Stickstoff und Sauerstoff bei hohen Temperaturen. Die Anlage in Bern ist als maßgeschneiderte Lösung ausgeführt und verfügt über drei keramische Wärmespeicher, die im Wechselbetrieb arbeiten. Dieses Prinzip ermöglicht eine weitgehende Rückgewinnung der in der Abluft enthaltenen Wärme und trägt zur Energieeffizienz des Systems bei. Der Betrieb kann durch den Einsatz von Biogas als Brennstoff bilanziell klimaneutral erfolgen.

Technologische Einordnung

Thermische Verfahren zur Lachgasreduktion gelten als robust gegenüber schwankenden Prozessbedingungen. Im Vergleich zu katalytischen Ansätzen zeigen sie eine höhere Beständigkeit gegenüber Störstoffen in der Abluft. Die RTO-Technologie wird daher insbesondere für Anwendungen mit variierenden Emissionsprofilen eingesetzt.

Förderkontext und Marktentwicklung

Programme zur Emissionsminderung im Abwassersektor gewinnen zunehmend an Bedeutung. In der Schweiz werden entsprechende Projekte unter anderem durch die Stiftung KliK unterstützt. Auch in anderen europäischen Ländern werden regulatorische Vorgaben zur Reduktion von Lachgasemissionen entwickelt. Dies führt zu einer steigenden Nachfrage nach technischen Lösungen zur Emissionsminderung.

Kompakte Lösung für kleinere Anwendungen

Für kleinere Abluftströme bietet CTP containerbasierte Systeme an, die eine Reduktion von Lachgasemissionen von rund 90 % ermöglichen. Diese Anlagen sind als standardisierte Einheiten konzipiert und können mit geringem Installationsaufwand in bestehende Infrastrukturen integriert werden.

Bedeutung für die Abwasserwirtschaft

Die Umsetzung der Lachgasreduktion mit RTO-Technologie in der ARA Bern zeigt, dass Emissionen aus der Abwasserbehandlung technisch adressiert werden können. Mit Blick auf Klimaziele und regulatorische Anforderungen rückt die gezielte Behandlung von Lachgas zunehmend in den Fokus von Betreibern und Planern.

Quelle: CTP Air Pollution Control
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