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Sort4cycle startet im Ennshafen

Die ARA, Bernegger und Der Grüne Punkt haben am Standort der Kunststoffsortieranlage TriPlast im Ennshafen mit dem Bau der Recyclinganlage Sort4cycle begonnen. In dem neuen Werk sollen künftig bis zu 41.000 Tonnen Kunststofffraktionen pro Jahr verarbeitet werden, die bislang überwiegend thermisch verwertet wurden.
Sort4cycle Kunststoffrecycling
V.l.n.r.: Jürgen Secklehner (Geschäftäftsführer ARAplus), Kurt Bernegger (Geschäftsleitung Bernegger GmbH) und Denis Völler (Geschäftsführer Der Grüne Punkt) beim Spatenstich für Sort4cycle. Copyright: TriPlast
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Zum Einsatz kommt das von der ARA entwickelte und patentierte Verfahren UPCYCLE. Es ermöglicht die Weiterverarbeitung von Reststoffen aus der Sortierung, die bisher wegen Verschmutzungen, Materialverbunden oder geringer Partikelgröße als nicht recyclingfähig galten. Nach Angaben der Projektpartner soll die Anlage ab 2027 dazu beitragen, zusätzliche Kunststoffmengen stofflich zu nutzen und fossile Primärrohstoffe zu ersetzen.

Die Inbetriebnahme ist für Mitte 2027 vorgesehen. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 40 Millionen Euro. Am Standort in Oberösterreich sollen zudem mehr als 20 Arbeitsplätze entstehen.

Erweiterung am Standort TriPlast

Sort4cycle entsteht direkt bei der 2024 eröffneten Sortieranlage TriPlast. Dort werden nach Unternehmensangaben bis zu 100.000 Tonnen Material aus Gelbem Sack und Gelber Tonne pro Jahr sortiert. Die neue Anlage verarbeitet neben Material aus dem TriPlast-Output auch zusätzliche Mengen aus anderen Sortieranlagen.

Durch die räumliche Nähe sollen Transportwege verkürzt und die Prozesse zwischen Sortierung, Nachsortierung und Aufbereitung enger verzahnt werden. Die Projektpartner sehen darin einen Schritt zur weiteren Industrialisierung des Kunststoffrecyclings.

Zwei technische Bereiche

Sort4cycle kombiniert zwei voneinander getrennte, aber aufeinander abgestimmte Verfahrensbereiche. Der erste Bereich ist eine KI-gestützte Nachsortierung im industriellen Maßstab. Sie soll komplexe Stoffströme so aufbereiten, dass hochreine Fraktionen für das mechanische Recycling bereitgestellt werden können.

Der zweite Bereich ist der weiterentwickelte UPCYCLE-Prozess. Er ist auf Kunststofffraktionen ausgerichtet, die bislang überwiegend in die thermische Verwertung gingen. Durch zusätzliche Reinigung, verbesserte Prozessführung und gezielte Materiallenkung soll ihre stoffliche Nutzung erhöht werden. Vorgesehen ist auch die Bereitstellung von Einsatzstoffen für das chemische Recycling.

Fokus auf hochwertige Anwendungen

Nach Angaben der Unternehmen werden einzelne Kunststofffraktionen in Sort4cycle gezielt angereichert und gereinigt. Im Mittelpunkt steht dabei insbesondere die Aufbereitung von Polyolefin-Fraktionen für hochwertige Anwendungen. Perspektivisch soll damit auch die Grundlage für den Einsatz in kontaktsensitiven Verpackungen geschaffen werden, etwa im Lebensmittelbereich.

Das Projekt ist zudem auf künftige regulatorische Anforderungen ausgerichtet. Die Partner verweisen in diesem Zusammenhang auf steigende Qualitätsanforderungen an Rezyklate sowie auf die europäischen Vorgaben für Recyclingquoten und den Einsatz von Rezyklaten in Verpackungen.

Beitrag zu europäischen Stoffkreisläufen

Mit Sort4cycle bauen ARA, Bernegger und Der Grüne Punkt ihre Zusammenarbeit im Kunststoffrecycling weiter aus. Das Werk soll bestehende Sortier- und Aufbereitungsstrukturen ergänzen und zusätzliche Mengen für mechanische und chemische Recyclingpfade erschließen.

Aus Sicht der Unternehmen stärkt das Projekt die Verfügbarkeit sekundärer Rohstoffe in Europa und erweitert die industrielle Basis für eine kreislauforientierte Kunststoffverwertung. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der besseren Nutzung bislang schwer verwertbarer Fraktionen und auf der Aufbereitung für höherwertige Anwendungen.

Quelle: ARA
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