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Batterien im Restmüll: Zahl der Fehlwürfe hat sich in zehn Jahren vervierfacht

Eine neue Studie der Montanuniversität Leoben besagt: Die Zahl falsch entsorgter Lithiumbatterien im Restmüll hat sich in zehn Jahren vervierfacht – mit gravierenden Folgen für Sicherheit und Brandschutz in der Abfallwirtschaft.
Luftaufnahme eines Großbrands einer Recyclinganlage: Große Rauchschwaden steigen in die Luft auf. Die Anlage ist von Feldern, Wiesen und Waldstücken umgeben. Im Hintergrund sind Berge zu erkennen.
Großbrand bei Loacker Recycling in Götzis (Österreich) im August 2025 (Quelle: VOEB/Dietmar Stiplovsek/VOL.AT)
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Die Zahl der Lithiumbatterien im Restmüll wächst rasant. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Montanuniversität Leoben (Lehrstuhl für Abfallverwertungstechnik und Abfallwirtschaft), die über 1.000 Brandereignisse aus einem Zeitraum von 18 Jahren sowie Sortieranalysen aus mehreren österreichischen Bundesländern ausgewertet hat.

Laut den Studienautorinnen und -autoren Elena Dvorak, Marlene Korn und Thomas Nigl finden sich durchschnittlich acht Lithiumbatterien pro Tonne Restmüll – das entspricht rund 70 Batterien pro Sammelfahrzeug. Hochgerechnet landen demnach jährlich rund 17 Millionen Lithiumbatterien im Restmüll. Besonders auffällig sei der starke Anstieg von Brandereignissen in den vergangenen zwei Jahren, der deutlich über dem langfristigen Trend liege.

Im Restmüll gefunden wurden vor allem Produkte mit fest verbauten Lithium-Ionen-Akkus: Einweg-E-Zigaretten, Spielzeug, elektrische Zahnbürsten und kleinere Elektrogeräte mit integrierten Akkus. Lithiumbatterien können bei Beschädigung oder starker Erwärmung in Brand geraten und stellen damit ein erhebliches Sicherheitsrisiko für Mitarbeiter*innen und für Betriebe dar.

Der Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) dokumentierte allein im vergangenen Jahr 36 größere Brandereignisse in Betrieben der Abfall- und Ressourcenwirtschaft. Verbandspräsidentin Gabriele Jüly bezeichnete falsch entsorgte Lithiumbatterien als „tickende Zeitbombe für unsere Beschäftigten, für die Umwelt, für den Fortbestand ganzer Betriebe und für die Entsorgungssicherheit in Österreich“.

Der VOEB fordert ein Cashback-System, das finanzielle Anreize für die korrekte Rückgabe von Lithiumbatterien schafft. Hintergrund ist auch eine EU-Vorgabe: Bis 2030 muss die Sammelquote aller Gerätebatterien auf 73 Prozent steigen – Österreich liegt derzeit bei rund 53 Prozent. Die Studienautor*innen empfehlen neben einer verbesserten getrennten Sammlung auch Informationskampagnen, regulatorische Maßnahmen – insbesondere beim Umgang mit Einweg-E-Zigaretten – und eine stärkere Einbindung der Hersteller.

Quelle: VOEB
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