Am vierten Novemberwochenende wurde die A67 in beiden Richtungen zwischen Frankfurt und Mannheim vollständig gesperrt, um eine Brücke zurückzubauen. Mit den Arbeiten war die Peter Kolb GmbH beauftragt, die im Auftrag von Eiffage Infra-Südwest tätig war.
Der Rückbau stellte den vierten Einsatz des Unternehmens am Darmstädter Kreuz dar. Zuvor hatte die Abbruchfirma bereits die Nordrampe und das Zentralbauwerk entfernt. Beide Bauwerke wiesen Defizite hinsichtlich ihrer Tragfähigkeit auf. Die nun zurückgebaute Überführung stammte aus dem Jahr 1967, war etwa sechs Meter hoch und erstreckte sich über eine Länge von 138 Metern mit vier Feldern. Sie war der Brückenklasse 3 zugeordnet und wurde als Bauwerk mit kritischem Zustand eingestuft. Parallel dazu war bereits ein Ersatzneubau errichtet worden, ein Stahlverbundbau mit drei Hohlkästen. Um diesen Neubau während der Arbeiten zu schützen, wurden zunächst die Kragarme des Bestandsbauwerks entfernt, bevor die eigentlichen Abbrucharbeiten begannen.
Für den Rückbau setzte das Unternehmen mehrere Cat-Großgeräte ein. Eine zentrale Rolle übernahm ein Kettenbagger mit rund 95 Tonnen Einsatzgewicht, ausgerüstet mit einer rund 15 Tonnen schweren Abbruchschere. Das Bauwerk bestand aus massivem Stahlbeton mit einem Volumen von etwa 3.200 Kubikmetern. Der Rückbau begann auf einer Seite des Bauwerks und folgte einem festgelegten Ablauf. Zunächst wurden Brückenkappen entfernt, anschließend die Fahrbahnplatte. Danach folgte die Demontage von Pfeilern und Widerlagern. Unterstützt wurde das Hauptgerät von weiteren Kettenbaggern, die entlang der Brückenlänge eingesetzt wurden. Hydraulikmeißel zerkleinerten Betonbauteile, Betonscheren trennten die Bewehrung und Pulverisierer reduzierten das Material weiter.
Der Beginn der Arbeiten war ursprünglich für Freitagabend um 21 Uhr vorgesehen. Vorbereitend sollten Radlader rund 4.500 Kubikmeter Sand als Fallbett auf der Fahrbahn verteilen, um diese während des Rückbaus zu schützen. Ein Verkehrsunfall auf der Autobahn führte jedoch zu einer kurzfristigen Vollsperrung, wodurch sich der Start der Arbeiten um etwa zwei Stunden verzögerte. Das Abbruchfenster war zeitlich eng geplant, sodass die Verzögerung eine zusätzliche logistische Herausforderung darstellte. Die Arbeiten wurden dennoch innerhalb des vorgesehenen Wochenendzeitraums abgeschlossen.
Eine zentrale Rolle spielte dabei die Baustellenlogistik. Neben der Einsatzplanung der Maschinen wurden Service- und Ersatzteilkapazitäten vorbereitet. Die Zeppelin Niederlassung Hanau stellte einen 24-Stunden-Bereitschaftsdienst bereit, um bei technischen Störungen kurzfristig eingreifen zu können. Zusätzlich wurden Betriebsstoffe, Ersatzteile sowie Schnellkupplungen und Dichtungen auf der Baustelle bevorratet. Mehrere Servicetechniker unterstützten bereits in den Tagen vor Beginn der Arbeiten beim Aufbau und der technischen Vorbereitung der Baumaschinen. Dazu gehörten unter anderem Anpassungen an Fahrwerken und Anbaugeräten sowie Funktionsprüfungen der eingesetzten Abbruchwerkzeuge.
Während der Rückbauarbeiten wurde das anfallende Material kontinuierlich abgefahren. Zwei Dumper transportierten das Abbruchmaterial zu einem Zwischenlager. Stahl und Beton wurden getrennt und der Beton anschließend in der Recyclinganlage des Unternehmens aufbereitet. Weitere Maschinen übernahmen Transport- und Reinigungsarbeiten auf der Baustelle.
Die Arbeiten konnten planmäßig abgeschlossen werden, sodass die Autobahn bereits am Sonntagabend wieder für den Verkehr freigegeben wurde. Mit dem Rückbau des Bauwerks wurde ein weiterer Abschnitt der Erneuerung der Verkehrsinfrastruktur am Darmstädter Kreuz umgesetzt.







