Im Vollbetrieb können dort automatisiert und künstlich-intelligenzgestützt bis zu 100.000 Kilogramm Haushaltsbatterien pro Tag verarbeitet werden. Am Standort werden zudem Elektroaltgeräte aufbereitet. Die Investition liegt im zweistelligen Millionenbereich. Die offizielle Eröffnung fand im Beisein von Vertretern aus Politik und Wirtschaft statt.
Antwort auf steigenden Entsorgungsbedarf
Mit dem Joint Venture von Saubermacher Recycling und Meinhardt reagieren die Partner auf den wachsenden Bedarf bei der Entsorgung von Geräte- und Haushaltsbatterien. Gleichzeitig soll die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Altbatterien dazu beitragen, die Versorgung der europäischen Industrie mit Sekundärrohstoffen zu stärken und die Abhängigkeit von Importen zu verringern.
Nach Unternehmensangaben werden mit dem eingesetzten Verfahren die Zielvorgaben der Europäischen Union zur Recyclingeffizienz aus der Batterieverordnung teilweise übertroffen. Das Verfahren soll außerdem Staubemissionen sowie Brand- und Explosionsrisiken bei der Behandlung von Altbatterien reduzieren.
Hohe Sicherheitsstandards am Standort
Die Anlage wurde in Ginsheim-Gustavsburg mit umfangreichen Brandschutzmaßnahmen errichtet. Ein dauerhaft aktives Überwachungs-, Detektions- und Löschsystem ist installiert. Die Unternehmen verweisen zudem auf hohe Anforderungen beim Arbeitsschutz.
Automatisierte Sortierung mit hoher Genauigkeit
Verarbeitet werden vor allem haushaltsübliche Gerätebatterien wie AA- und AAA-Batterien, die etwa in Taschenlampen, Spielzeugen oder Fernbedienungen eingesetzt werden. Hinzu kommen weitere Batterietypen, beispielsweise aus Elektrowerkzeugen.
Die Sortierung erfolgt in einem weitgehend automatisierten Prozess. Künstliche Intelligenz und Röntgentechnologie identifizieren die jeweiligen chemischen Batteriesysteme. Dadurch können Sekundärrohstoffe wie Nickel, Eisen, Zink und Aluminium gezielt zurückgewonnen werden. Die Sortiergenauigkeit liegt laut Unternehmen bei mehr als 99 Prozent. Bis zu 100 Prozent der enthaltenen Metalle können dem Recycling zugeführt werden. Die Materialströme werden digital erfasst.
Rückgewinnung kritischer Rohstoffe
Im Recyclingprozess werden unter anderem kritische Rohstoffe wie hochreines Sekundärnickel zurückgewonnen. Dieses kann in der Stahlproduktion eingesetzt werden. Die Anlage ist damit nicht nur für die Abfallbehandlung relevant, sondern auch für die Bereitstellung industriell nutzbarer Sekundärrohstoffe.
Genehmigungsrechtlich bereits vorbereitet
Nach Angaben der Unternehmen erfüllt die Anlage alle Anforderungen der Europäischen Union aus der Batterieverordnung sowie des nationalen Batterierecht-Durchführungsgesetzes. Mit der Umsetzung der europäischen Abfallverzeichnisverordnung werden gemischte Haushaltsbatterien in Deutschland künftig als gefährlicher Abfall eingestuft. Dadurch steigen die genehmigungsrechtlichen Anforderungen an Annahme und Behandlung deutlich.
Um entsprechende Mengen gefährlicher Abfälle am Standort verarbeiten zu dürfen, ist eine Einstufung als Störfallbetrieb der oberen Klasse erforderlich. Diese Voraussetzungen erfüllt die Batterierecyclinganlage Ginsheim-Gustavsburg den Angaben zufolge bereits. Alle erforderlichen Genehmigungen liegen vor.
Förderung durch Umweltinnovationsprogramm
Das Vorhaben wurde mit 1.145.000 Euro aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.







