Im Mittelpunkt steht der weitere Ausbau einer Technologie, die gemischte Textilströme in zellulosebasierte Rohstoffe für verschiedene Industrien umwandelt. Einsatzbereiche sind unter anderem Kosmetik, Verpackung, Automobil und Akustik.
Die Textilindustrie verursacht nach Unternehmensangaben jährlich rund 92 Millionen Tonnen Abfall. Ein großer Teil davon kann wegen komplexer Materialmischungen wie Polyester-Baumwolle oder Polyester-Viskose bislang nicht recycelt werden. Gleichzeitig wächst der regulatorische Druck, Textilabfälle zu reduzieren und Stoffströme besser zu erfassen. Nach Einschätzung von Re-Fresh Global fehlt es jedoch weiterhin an geeigneter Infrastruktur, um gemischte Textilien in großem Maßstab zu verarbeiten.
Enzymatische Technologie für Mischtextilien
Re-Fresh Global setzt dafür auf eine eigene enzymatische Recyclingtechnologie. Sie soll gemischte Textilabfälle in hochwertige, zellulosebasierte Materialien umwandeln und damit eine Lücke in der bestehenden Recyclinginfrastruktur schließen. Das Unternehmen positioniert seine Materialien als biobasierte und regional herstellbare Alternative zu konventionellen Primärrohstoffen.
Nach Angaben des Unternehmens lassen sich mit der Technologie bis zu 80 Prozent der Textilabfälle in Materialien wie Re-SanPulp und Re-Celloop umwandeln. Im Vergleich zu Primärrohstoffen seien Kostenreduktionen von bis zu 50 Prozent möglich.
Erfahrung in Industrie und Transformation
Urte Zahn bringt nach Unternehmensangaben mehr als 20 Jahre Erfahrung in industrieller Führung und digitaler Transformation mit. Als Mitgründerin von smartB Energy Management war sie am Aufbau des Unternehmens beteiligt, akquirierte 7 Millionen Euro Venture Capital, stellte ein Team mit mehr als 20 Beschäftigten auf und steigerte den Umsatz auf 1 Million Euro. Zuvor verantwortete sie bei IBM und Bosch Transformationsprojekte in Europa und weiteren internationalen Märkten.
Mitgründerin Revital Nadiv bleibt als Chief Product and Technology Officer für Forschung und Entwicklung verantwortlich. Re-Fresh Global kombiniert nach eigenen Angaben enzymatische Prozesse mit modularen Mikrofabriken. Das SmartUp-System soll eine dezentrale Recyclinginfrastruktur schaffen, Transportkosten senken und den Transport geringwertiger Abfälle reduzieren.
Pilotprojekte und Finanzierung
Nach Angaben des Unternehmens hat Re-Fresh Global sieben bezahlte Pilotprojekte abgeschlossen. Dazu zählen Kooperationen mit der Volkswagen Group, KONNECT, der Innovationseinheit der Volkswagen Group, sowie weiteren europäischen Originalgeräteherstellern. Daraus habe das Unternehmen bislang 500.000 Euro Umsatz erzielt.
Zudem wurden laut Re-Fresh Global drei Patente angemeldet und vier Absichtserklärungen unterzeichnet. Diese entsprächen einem potenziellen jährlich wiederkehrenden Umsatz von rund 1,5 Millionen Euro.
Aktuell sammelt das Unternehmen 5 Millionen Euro in einer Seed-Finanzierungsrunde ein. Das Kapital soll in die Kommerzialisierung und die internationale Expansion fließen. Unterstützt wird Re-Fresh Global nach eigenen Angaben unter anderem von IndieBio, SOSV, Wermuth Asset Management und Serpentine Ventures.







