Demnach steigt die jährliche Nachfrage in der Europäischen Union bis 2035 auf 1,0 bis 1,3 Terawattstunden. Gegenüber 2025 entspricht dies einem Wachstum von rund 200 Prozent. Haupttreiber ist die Elektromobilität, die in allen Szenarien etwa 70 Prozent der Gesamtnachfrage ausmacht.
Technologischer Wandel der Zellchemien
Parallel zum Marktwachstum verändert sich die Zusammensetzung der eingesetzten Batterietechnologien. Innerhalb der Lithium-Ionen-Batterien gewinnen Lithium-Eisenphosphat- und Lithium-Mangan-Eisenphosphat-Zellchemien aufgrund von Kostenvorteilen und verbesserter Leistungsfähigkeit an Bedeutung. Nickel-Mangan-Kobalt-Batterien bleiben vor allem im leistungsintensiven Premiumsegment relevant.
Unter den alternativen Technologien weisen Natrium-Ionen-Batterien das größte Wachstumspotenzial auf. Ab etwa 2030 könnten sie insbesondere in kostenorientierten Anwendungen Marktanteile von Lithium-Eisenphosphat- und Blei-Säure-Batterien übernehmen. Die im Rahmen der Studie geführten Experteninterviews bewerten die Marktdynamik dieser Technologie teilweise höher als bisherige Prognosen aus der Literatur.
Auswirkungen auf die Recyclingwirtschaft
Mit der zunehmenden Verbreitung kostengünstiger Zellchemien sinkt der Materialwert von Altbatterien. Dadurch wird ein zentrales Element des bisherigen Recyclingmodells geschwächt: die wirtschaftliche Tragfähigkeit durch die Rückgewinnung wertvoller Metalle.
Die Studie identifiziert daraus resultierenden Handlungsbedarf in mehreren Bereichen. Notwendig sind angepasste Finanzierungskonzepte, geeignete regulatorische Rahmenbedingungen sowie leistungsfähige Sammel- und Verwertungsstrukturen. Ohne entsprechende Anpassungen könnten die bestehenden Systeme die künftig steigenden Mengen an Altbatterien nicht ausreichend bewältigen.
Aus Sicht der Stiftung GRS Batterien zeigt die Untersuchung, dass Batteriepolitik, Industriepolitik und Kreislaufwirtschaft stärker integriert betrachtet werden müssen. Veränderungen bei Zellchemien wirken sich unmittelbar auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen von Sammlung und Recycling aus. Entsprechend steigt die Bedeutung frühzeitig entwickelter, tragfähiger Konzepte für die Kreislaufführung von Batteriematerialien.
Zur Studie „Zellchemie im Wandel“







