Unter Leitung der University of Galway und mit Beteiligung von IEA Bioenergy analysierten Forschende die Nutzung von Rest- und Abfallhölzern in Kombination mit nachgelagerter Energiegewinnung und CO₂-Abscheidung. Die Ergebnisse wurden in Nature Communications Earth & Environment veröffentlicht.
Kaskadische Nutzung von Holz
Die Untersuchung zeigt, dass eine kaskadische Nutzung von Holz, ergänzt durch nachhaltige Waldbewirtschaftung und anschließende CO₂-Abscheidung, zur Kohlenstoffentnahme beitragen kann. Holz wird dabei zunächst stofflich genutzt, bevor es energetisch verwertet wird. Diese Strategie kann gegenüber der direkten energetischen Nutzung von Restholz oder einer ausbleibenden Waldbewirtschaftung Vorteile für die Klimabilanz bieten. Die Integration von Carbon Capture and Storage verbessert die Bilanz der Bioenergie durch die Möglichkeit der dauerhaften CO₂-Speicherung.
Bedeutung für Klimaziele
Die Ergebnisse sind insbesondere für Staaten relevant, die sich zur Klimaneutralität bis 2050 verpflichtet haben. Technologien zur CO₂-Entnahme gelten als notwendig, um verbleibende Emissionen aus schwer vermeidbaren Quellen wie Landwirtschaft, Luftverkehr und Schwerindustrie auszugleichen. BECCS wird in diesem Zusammenhang als eine technisch skalierbare Option zur dauerhaften CO₂-Entnahme betrachtet.
Zeitliche Perspektive und Infrastruktur
Der Aufbau einer großtechnischen BECCS-Infrastruktur erfordert langfristige Investitionen und Entwicklungszeiträume. Die Studie beschreibt daher einen Ansatz, bei dem Rest- und Abfallhölzer zunächst in Produkten wie Holzwerkstoffen eingesetzt werden. Dies ermöglicht eine Verlängerung der Kohlenstoffspeicherung und ersetzt gleichzeitig emissionsintensive Materialien. Nach der Nutzungsphase können die Materialien energetisch verwertet und mit CO₂-Abscheidung kombiniert werden.
Beitrag zur Kreislaufwirtschaft
Die Kombination aus kaskadischer Holznutzung und BECCS wird als Ansatz zur Verknüpfung von Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz beschrieben. Nachhaltig bewirtschaftete Wälder fungieren dabei weiterhin als Kohlenstoffsenken, während Holzprodukte temporär Kohlenstoff speichern. Die Studie verweist darauf, dass politische Rahmenbedingungen und Investitionen in CO₂-Abscheidungstechnologien sowie Anreize für eine kreislauforientierte Holznutzung entscheidend für die Umsetzung sind.
Internationale Zusammenarbeit
Die Studie entstand im Rahmen des Projekts „BECCUS“ unter Beteiligung des Deutsches Biomasseforschungszentrum sowie weiterer Forschungseinrichtungen aus Europa und Australien. Die internationale Kooperation umfasst Beiträge aus mehreren Ländern und wird durch Programme der IEA Bioenergy unterstützt.







