Müllsammelschiff Seekuh vorgestellt

Das weltweit erste zertifizierte Müllsammelschiff, wurde Anfang Februar der Öffentlichkeit in Hongkong präsentiert - unterstützt durch die Deutsche Außenhandelskammer und die weltweit tätige Hongkonger Unternehmensgruppe Li & Fung.
Foto: One Ocean e. V.
Foto: One Ocean e. V.

Ziel der medial begleiteten Seekuh-Aktion in der asiatischen 7,5-Millionen-Metropole ist es, zu mehr Umweltbewusstsein beizutragen und das Konzept der „Maritimen Müllabfuhr“ in Asien bekannt zu machen. Bis Ende März bleibt die Seekuh noch in Hongkong, Anfang April geht die Reise weiter nach Singapur.

Hong Kong sieht sich täglich mit einem Müllaufkommen von mehr als 9.000 Tonnen konfrontiert, so die Umweltorganisation One Earth – One Ocean (OEOO). Das entspricht in etwa 360 Müll-Lkws hintereinander. Allein geschätzte 5,2 Millionen Plastikflaschen werden dort jeden Tag weggeworfen und viele davon landen früher oder später im Meer. Dementsprechend stark verschmutzt sind die Gewässer und Strände der 7,5-Millionen-Metropole.

Plastikmüll ist weltweit, aber vor allem in Asien, ein gewaltiges Problem. Studien wie jene der Ellen MacArthur Foundation („Rethinking the Future of Plastics“) belegen, dass mehr als 80 Prozent des Plastikmülls, der weltweit in die Meere gelangt, aus Asien stammen.

Mit dieser Schiffsaktion beabsichtigte die Umweltorganisation, Entscheidern aus Politik und Wirtschaft vor Ort dieses Müllsammelkonzept vorzustellen, das vorsieht, mit speziell von OEOO entwickelten Müllsammelschiffen unterschiedlicher Größe  die Meere und Binnengewässer vom Plastikmüll zu befreien. In einem ersten Schritt wird der Plastikmüll mit Spezialkatamaranen abgefischt, sortiert und zerkleinert. Dieser wird dann recycelt oder in Öl rückverwandelt. Während Trennung und Recycling des Mülls heute noch an Land erfolgen, plant OEOO in den kommenden Jahren den Bau eines autarken Energieschiffes – dem Seeelefanten. Dieses umgebaute Frachtschiff mit Verölungsanlage an Bord produziert aus dem Plastikmüll Treibstoff und kann diesen entweder an Anrainerstaaten verkaufen oder als mobile Tankstelle auf hoher See dienen. Im Hongkonger Hafen könnte solch ein Seeelefant dafür sorgen, die Haus- und Industrieabfälle aus Kunststoff sowie die gesammelten Plastikabfälle aus dem Meer zu recyclen bzw. in Energie umzuwandeln. Aus einer Tonne vorsortierten Plastikmülls würden sich so circa 800 Liter schwefelfreies Heizöl rückgewinnen lassen.

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