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Transformationsbooster für Kreislaufwirtschaft gefordert

Ein branchenübergreifendes Bündnis aus Chemie-, Kunststoff- und Recyclingindustrie fordert von der Bundesregierung einen raschen politischen Impuls zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. In einem offenen Brief spricht sich die Allianz für einen Transformationsbooster Kreislaufwirtschaft aus.
Transformationsbooster Kreislaufwirtschaft
Copyright: Erstellt mit ChatGPT
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Anlass ist die für den 6. Mai 2026 angekündigte Veröffentlichung eines Aktionsprogramms zur Umsetzung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie.

Nach Darstellung der beteiligten Organisationen braucht die Branche kurzfristig klare politische Weichenstellungen und verlässliche regulatorische Rahmenbedingungen. Ziel sei es, Investitionen in eine klimaneutrale und zirkuläre Industrie zu ermöglichen und den Umbau der industriellen Wertschöpfung in Deutschland zu beschleunigen.

Wirtschaftliche Lage der Branche

Hintergrund des Appells ist die angespannte wirtschaftliche Situation in der deutschen Kunststoff- und Recyclingindustrie. Nach Angaben des Bündnisses sind Absatz und Auftragseingang seit 2021 um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. Unternehmen reduzierten ihre Produktion, schlossen Anlagen oder verlagerten Investitionen ins Ausland.

Die Allianz bewertet diese Entwicklung als Risiko für den Industriestandort Deutschland. Sie verweist darauf, dass die Kreislaufwirtschaft für Wertschöpfung, Versorgungssicherheit, Innovation und Beschäftigung von zentraler Bedeutung sei. Der Umbau hin zu einer zirkulären Wirtschaftsweise werde daher nicht als Rückzug aus industriellen Aktivitäten verstanden, sondern als Voraussetzung für ihre langfristige Sicherung.

Forderung nach gezielten Investitionen

Nach Auffassung des Bündnisses sollten Teile des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität gezielt in die Kreislaufwirtschaft sowie in die Forschungsinfrastruktur fließen. Damit solle die Skalierung neuer Technologien unterstützt und die wirtschaftliche Grundlage für zirkuläre Geschäftsmodelle gestärkt werden.

Darüber hinaus fordert die Allianz, den Industriestrompreis auf Recyclingunternehmen auszuweiten. Zur Begründung verweist sie auf ein Gutachten von PricewaterhouseCoopers, das dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bereits vorliegt und diese Position stützt.

Maßnahmen für den Transformationsbooster

In dem offenen Brief formuliert das Bündnis mehrere Vorschläge für einen Transformationsbooster Kreislaufwirtschaft. Gefordert werden unter anderem verbindliche Rezyklateinsatzquoten, finanzielle Anreize für kreislauffähige Verpackungen nach Paragraf 26 des Verpackungsgesetzes sowie ein rechtssicheres und wettbewerbsgerechtes Umfeld für mechanisch und chemisch recycelte Rohstoffe.

Hinzu kommen Investitionen in moderne, künstliche-Intelligenz-gestützte Sammel-, Sortier- und Recyclingtechnologien. Dies bezieht sowohl mechanische als auch chemische Verfahren ein. Außerdem spricht sich das Bündnis für erweiterte Abschreibungsmodelle für Investitionen aus.

Zusätzlich wird eine Fortführung von Kohlendioxid-Differenzverträgen über das zweite Gebotsverfahren hinaus gefordert, um Zukunftstechnologien in der Kreislaufwirtschaft weiter zu fördern. Auch die in der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie angekündigte Plattform zur Vernetzung der Akteure und zur Förderung von Innovationen in der Industrie solle zügig umgesetzt werden.

Quelle: BDE
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