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Dekarbonisierung im Hochofen mit EASyMelt

Tata Steel und Paul Wurth S.A. in Luxemburg, ein Unternehmen der SMS group GmbH, haben endgültige Vereinbarungen zur Implementierung der EASyMelt-Technologie abgeschlossen. Vorgesehen ist die erste industrielle Demonstration des Verfahrens am Hochofen E mit einem Volumen von 649 Kubikmetern am Standort Jamshedpur in Indien.
EASyMelt-Technologie
Von links nach rechts: Peter Kinzel, Head of Green Ironmaking SMS group; Jochen Burg, CEO SMS group; Akshay Khullar, VP Engineering & Projects Tata Steel; Paul Tockert, Executive Vice President CoE Metallurgy SMS group; Kanchinadham Parvatheesam, Tata Steel Company Secretary & Chief Legal Officer). Copyright: SMS Group
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Nach Abschluss des Projekts soll die Anlage der erste Hochofen weltweit sein, der mit der EASyMelt-Technologie ausgerüstet wird. Tata Steel verfolgt das Vorhaben stufenweise weiter. Nach Angaben des Unternehmens soll sich der Kohlendioxidausstoß im Vergleich zum bisherigen Betrieb des Hochofens um mehr als 50 Prozent verringern.

Teil der Dekarbonisierungsstrategie

Die Zusammenarbeit zwischen Tata Steel und SMS group geht auf eine Absichtserklärung vom 14. Juni 2023 zurück. Darin hatten beide Unternehmen ihre Kooperation bei der Dekarbonisierung der Eisenerzeugung vereinbart. Auf eine erfolgreich abgeschlossene Front-End-Loading-Studie folgte die Entscheidung von Tata Steel, das Projekt in mehreren Phasen umzusetzen.

Das Vorhaben ist Teil der Strategie von Tata Steel, die Netto-Null-Emissionen bis 2045 zu erreichen. Beide Unternehmen wollen bei der Umsetzung und Weiterentwicklung der EASyMelt-Technologie zusammenarbeiten.

Technologischer Ansatz zur Emissionsminderung

Die EASyMelt-Technologie, ausgeschrieben Electrically-Assisted Syngas Smelter, ist auf einen Hochofenbetrieb mit deutlich reduziertem Koksverbrauch ausgelegt. Dazu wird Synthesegas in den Reduktionsprozess eingebunden. Es übernimmt dort einen Teil der Funktion des Kokses und trägt so zur Senkung der CO2-Emissionen bei.

Für die Erzeugung des Synthesegases wird Gichtgas recycelt und gemeinsam mit kohlenwasserstoffhaltigen Gasen wie Koksofengas reformiert. Das entstehende Synthesegas wird anschließend sowohl auf Schacht- als auch auf Blasformenebene eingeblasen. Zusätzlich überhitzen Plasmabrenner das an den Blasformen eingedüste Synthesegas und elektrifizieren damit den Prozess direkt.

Flexible Nutzung von Energie- und Rohstoffquellen

Das Verfahren ist auf unterschiedliche Energiequellen ausgelegt. Es kann mit Erdgas, Koksofengas, Wasserstoff, Ammoniak sowie Strom betrieben werden. Dadurch lässt sich die Technologie an regionale Verfügbarkeiten und standortspezifische Anforderungen anpassen.

Zugleich kann EASyMelt weiterhin konventionellen Sinter verarbeiten. Damit bleibt der Einsatz bestehender Einsatzstoffe möglich, ohne in gleichem Maße auf hochwertiges Eisenerz angewiesen zu sein, wie es in Direktreduktionsanlagen benötigt wird.

Reaktion auf strukturelle Marktbedingungen

In vielen Märkten sind die Verfügbarkeit von Schrott, die Qualität von Eisenerz und der Zugang zu klimafreundlichen Energieträgern begrenzt. Vor diesem Hintergrund zielt die EASyMelt-Technologie darauf ab, die Dekarbonisierung der Eisenerzeugung innerhalb bestehender Anlagenstrukturen voranzubringen und den Übergang zu emissionsärmerer Stahlproduktion zu unterstützen.

Quelle: SMS Group
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