Ziel des Projekts ist die Erprobung eines Deponiekonzepts für Bodenaushub mit PFAS-Belastung, der künftig vermehrt auf Deponien entsorgt werden muss.
Die Entsorgung PFAS-belasteter Böden gewinnt vor dem Hintergrund verschärfter Grenzwerte der Trinkwasserverordnung an Bedeutung, die seit Januar 2026 gelten. PFAS sind persistent und können aus belasteten Flächen in das Grundwasser gelangen. Eine kontrollierte Ablagerung auf Deponien soll dazu beitragen, den Eintrag dieser Stoffe in Trinkwasserressourcen zu begrenzen.
Im Mittelpunkt des Pilotprojekts steht der Einsatz einer Sorptionsmatte zur Behandlung des entstehenden Sickerwassers im Deponiekörper. Die Matte bindet PFAS-Verbindungen durch Ionenaustausch- und Adsorptionsprozesse. Das Sickerwasser kann die Sorptionsschicht weiterhin passieren, wird anschließend über eine Drainage erfasst und der regulären Sickerwasserbehandlung zugeführt. Im Rahmen des Versuchs wird untersucht, in welchem Umfang und über welchen Zeitraum die Sorptionsmatten PFAS im Deponiesystem zurückhalten können.
Das Versuchsfeld befindet sich im DK-III-Bereich der Deponie und umfasst zwei Teilflächen mit jeweils 30 mal 10 Metern. Das Gesamtvolumen beträgt rund 1.000 Kubikmeter. Eine Basisabdichtung mit Kunststoffdichtungsbahn stellt sicher, dass das Material kontrolliert abgelagert wird.
Der Pilotversuch ist auf einen Zeitraum von sechs bis maximal neun Monaten angelegt. Nach Abschluss wird das Versuchsfeld mit einer Oberflächenabdeckung versehen, um den Eintrag von Niederschlagswasser zu reduzieren. Sorptionsmatte, Basisabdichtung und Oberflächenabdeckung bilden gemeinsam ein mehrstufiges Sicherungssystem, das den Verbleib der PFAS im Deponiekörper gewährleisten soll.
Die Bezirksregierung Münster und das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen haben den Versuch geprüft. Nach derzeitiger Einschätzung werden keine nachteiligen Auswirkungen auf Umwelt, Bevölkerung oder Beschäftigte erwartet. Das Projekt wird von den zuständigen Behörden begleitet.
Die Hochschule Ruhr-West in Bottrop unterstützt den Pilotversuch wissenschaftlich. Nach Abschluss werden die Ergebnisse in einem Bericht dokumentiert und der Bezirksregierung Münster vorgelegt. Auf dieser Grundlage soll ein Konzept für die Ablagerung PFAS-belasteter Böden auf Deponien weiterentwickelt werden.







