Die Entwicklung steht im Kontext des European Green Deal, mit dem die Europäische Union Klimaneutralität bis 2050 anstrebt. Ein zentrales Handlungsfeld ist der Ausbau der Kreislaufwirtschaft. Die werkstoffliche Rückführung von Silicium-basierten Polymeren adressiert dabei sowohl Ressourceneffizienz als auch Treibhausgasemissionen entlang der Wertschöpfungskette.
Die Herstellung von Siliconen ist mit einem hohen Energieeinsatz verbunden. Insbesondere die Produktion von metallurgischem Silicium als Ausgangsstoff der Monomersynthese verursacht einen erheblichen Anteil der prozessbedingten Treibhausgasemissionen. Gleichzeitig sind Silicone aufgrund ihrer thermischen Stabilität, chemischen Beständigkeit und Biokompatibilität in Branchen wie Medizintechnik, Energietechnik, Automobilindustrie und Elektroindustrie etabliert. Die werkstoffliche Verwertung von Produktions- und Post-Consumer-Abfällen stellt daher eine technische und ökologische Herausforderung dar.
Siliconelastomere sind dreidimensional vernetzte Polymere. Diese Vernetzungsstruktur bedingt ihre Materialeigenschaften, erschwert jedoch konventionelle Recyclingverfahren. Das Forschungsvorhaben zielt darauf ab, die Polymerketten gezielt zu spalten und definierte Monomere zurückzugewinnen. Hierfür wird ein kontinuierliches Depolymerisationsverfahren im Planetwalzenextruder entwickelt und erstmals im Labormaßstab umgesetzt. Ein entsprechendes Verfahren im technischen Maßstab existiert bislang nicht.
Am Projekt beteiligt sind die ENTEX Rust & Mitschke GmbH, die Mercodor GmbH Sondermaschinenbau KG sowie die Wacker Chemie AG. Der Projektzeitraum erstreckt sich vom 1. August 2025 bis zum 31. Juli 2028. Die Förderung erfolgt im Rahmen des 8. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung.
Mit der Entwicklung eines kontinuierlichen Recyclingprozesses für Siliconelastomere wird eine Grundlage für die industrielle Kreislaufführung dieser Materialklasse geschaffen.







