Für 2026 rechnet die Entsorgungswirtschaft insgesamt mit einem konstanten Produktions- und Umsatzniveau. Innerhalb der Branche zeigen sich jedoch differenzierte Entwicklungen. In der Abfallsammlung werden teilweise leicht steigende Umsätze erwartet. Die Abfallbehandlung und -beseitigung dürfte sich auf stabilem Niveau bewegen. Im Recyclingsegment hingegen werden rückläufige Erlöse prognostiziert. Ursachen sind sinkende Preise für Recyclingrohstoffe sowie eine verhaltene Nachfrage aus der Industrie.
Einzelne Recyclingbereiche stehen unter spezifischem Druck. Das Kunststoffrecycling ist durch preisgünstige Primärrohstoffe belastet. Im Glasrecycling wirken sich hohe Energiekosten aus. Der Metallrecyclingsektor ist von einer schwachen Nachfrage aus der Automobil- und Bauwirtschaft betroffen. Zusätzlich wird branchenübergreifend mit einer fortschreitenden Marktkonsolidierung gerechnet.
Trotz stagnierender Umsatzentwicklung erwartet die Branche für 2026 steigende Investitionen. Wesentliche Treiber sind technologische Weiterentwicklungen, der Ausbau von Digitalisierung und Automatisierung sowie wachsende Anforderungen an Emissions- und Arbeitsschutztechnik. Insbesondere in der Abfallsammlung sowie in der Abfallbehandlung und -beseitigung dürfte das Investitionsniveau zunehmen. Im Recyclingbereich bleiben Investitionen aufgrund der angespannten Marktlage voraussichtlich zurückhaltend.
Die Beschäftigungslage wird für 2026 überwiegend als stabil eingeschätzt. Eine zentrale Herausforderung bleibt die Nachbesetzung altersbedingt ausscheidender Beschäftigter. Während sich der Fachkräftemangel beim Fahrpersonal zuletzt etwas entspannt hat, verschärft sich die Situation zunehmend in technischen Bereichen des Anlagenbetriebs und der Prozessführung.
Belastend wirken weiterhin ein hoher bürokratischer Aufwand, steigende Energiekosten, volatile Rohstoffpreise sowie zunehmende Sicherheitsanforderungen, etwa im Zusammenhang mit Batteriebränden.
Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit der BDE-Sommerumfrage, in der die allgemeine Marktsituation sowie die Preisentwicklung von Recyclingrohstoffen zu den zentralen Herausforderungen der Kreislaufwirtschaft gezählt werden.
Insgesamt bestätigt die IW-Verbandsumfrage die stabilisierende Rolle der Entsorgungswirtschaft innerhalb der deutschen Wirtschaft bei gleichzeitig anhaltenden strukturellen Herausforderungen.







