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CRCL entwickelt Granulat aus Alttextilien

Textilabfälle entwickeln sich zu einem relevanten Rohstoffstrom. Das Kölner Start-up CRCL verarbeitet schwer verwertbare Alttextilien gemeinsam mit Kunststoffströmen zu Apatura, einem kreislauffähigen Granulat für industrielle Anwendungen.
Granulat aus Alttextilien
Copyright: Dirk Loerper
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Weltweit fallen jährlich rund 120 Millionen Tonnen Textilabfälle an. Ein großer Teil wird verbrannt, exportiert oder deponiert. Zugleich verändern Regulierung, Entsorgungskosten und Rohstoffbedarf den Markt. Seit 2025 müssen Textilien in der Europäischen Union getrennt erfasst werden. Zudem verschärfen Vorgaben zur erweiterten Herstellerverantwortung den Handlungsdruck. Ab Juli 2026 dürfen große Unternehmen unverkaufte Kleidung und Schuhe nicht mehr vernichten.

Mischfasern als Ausgangsstoff

CRCL setzt bei Alttextilien an, die sich mit bestehenden Verfahren nur schwer verwerten lassen. Dazu zählen insbesondere Mischfasern. Das Unternehmen verarbeitet diese Materialien zusammen mit Kunststoffströmen zu einem neuen Werkstoff.

Apatura eignet sich nach Angaben des Unternehmens unter anderem für Anwendungen in der Möbelindustrie, im Innenausbau und im Bausektor. Weitere industrielle Einsatzbereiche, etwa Gartenbau oder Automobilindustrie, kommen perspektivisch hinzu.

Die Verarbeitung im Spritzguss wurde bereits nachgewiesen. Auch die Umsetzung auf einer industriellen Anlage ist laut CRCL technisch erprobt. Erste Pilotprojekte mit Unternehmen wie Vitra und Hanit wurden abgeschlossen.

Verbindung von Entsorgung und Absatzmarkt

Das Geschäftsmodell verbindet zwei Märkte. Einerseits adressiert CRCL ein wachsendes Kostenproblem bei Entsorgern, Textilunternehmen und Marken. Andererseits entsteht ein Absatzmarkt für Sekundärmaterialien.

Für industrielle Anwender kann das Granulat aus Alttextilien ein Baustein für Materialstrategien werden, die Recyclinganteile erhöhen und Produktkreisläufe schließen. Das gilt besonders für Unternehmen, die künftig stärker nachweisen müssen, wie sie Ressourcen nutzen und Abfälle vermeiden.

Team mit Industrieerfahrung

CRCL wurde von Lars Conzendorf, Lauritz Schmidt und Timur Oruz gegründet. Oruz ist ehemaliger deutscher Hockey-Nationalspieler, Olympiadritter 2016 und Weltmeister 2023. Die Gründer kennen sich seit ihrer Jugend aus dem Sport.

Zum erweiterten Umfeld gehören Industrie- und Recyclingexperten. Dazu zählen Thomas Kyriakis, Business Angel und ehemaliger Chief Executive Officer von PreZero, sowie Dr. Dirk Kilian, der über langjährige Erfahrung in der Recycling- und Kunststoffindustrie verfügt. Thomas Conzendorf, langjähriges Vorstandsmitglied bei Remondis, begleitet das Unternehmen als Mentor und Branchenkenner.

Partner für Extrusion und Marktzugang

Im Bereich Extrusion arbeitet CRCL mit FEDDEM zusammen. Zudem liegt unter anderem eine Absichtserklärung von Vitra vor. Damit verbindet das Start-up technologische Entwicklung, industrielle Umsetzung und Vermarktung in einem Modell für kreislauffähige Werkstoffe.

Quelle: CRCL
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