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Recycling von Seltene-Erden-Magneten startet

Die HyProMag GmbH hat in Pforzheim eine Anlage für das Recycling und die Herstellung von Seltene-Erden-Magneten offiziell eröffnet und in Betrieb genommen. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um die erste Anlage dieser Art in der Europäischen Union. Die Produktionskapazität soll 2027 bei 350 Tonnen liegen und bis 2028 schrittweise auf bis zu 750 Tonnen pro Jahr steigen.
Recycling von Seltene-Erden-Magneten startet
Reaktor zur Rückgewinnung von Seltenerdmagnetmaterial mittels wasserstoffbasierter Aufbereitung. Das HPMS-Verfahren nutzt Wasserstoff, um Magnetabfälle schonend zu zerlegen und in wiederverwertbares Pulver zu überführen. Copyright: HyProMa
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Beitrag zur Rohstoffversorgung

Seltene Erden zählen zu den kritischen Rohstoffen der Europäischen Union. Sie sind für zahlreiche Industriezweige relevant und unterliegen zugleich hohen Versorgungsrisiken. Eine zentrale Anwendung sind Permanentmagnete auf Basis von Neodym-Eisen-Bor. Mit der Anlage in Pforzheim will HyProMag zur Verringerung der Importabhängigkeit bei Seltene-Erden-Metallen beitragen und europäische Lieferketten für kritische Rohstoffe stärken.

Der Bau der Anlage wurde teilweise aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung sowie durch das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg finanziert.

Recycling und Fertigung an einem Standort

Die Anlage umfasst eine Recycling- und Fertigungslinie für gesinterte Seltene-Erden-Magnete im kommerziellen Maßstab. Grundlage ist die patentierte „Hydrogen Processing of Magnet Scrap“-Technologie, kurz HPMS. Sie wurde an der Universität Birmingham entwickelt und ermöglicht das Recycling von Neodym-Eisen-Bor-Magneten aus Altprodukten.

Anfang April 2026 wurden erste Anlaufversuche zur Inbetriebnahme abgeschlossen. Noch im laufenden Jahr sollen recycelte Neodym-Eisen-Bor-Produkte hergestellt werden. Dazu zählen Legierungspulver, Sinterblöcke und fertige Magnete. Bereits im Januar 2026 hatten HyProMag Ltd. und die Universität Birmingham im Tyseley Energy Park in Großbritannien eine Anlage auf Basis derselben Technologie eröffnet.

Direktes Magnet-zu-Magnet-Recycling

Das HPMS-Verfahren erhält die ursprüngliche Magnetlegierung und ermöglicht damit ein direktes Magnet-zu-Magnet-Recycling. Nach Unternehmensangaben können dadurch im Vergleich zur Primärproduktion bis zu 90 Prozent der Kohlenstoffdioxid-Emissionen eingespart werden. Zugleich entfallen energieintensive Verarbeitungsschritte wie Metallherstellung und Legierung.

Neodym-Eisen-Bor-Magnete werden unter anderem in Elektrofahrzeugen, Windkraftanlagen, Luft- und Raumfahrttechnik, Elektronik, medizinischer Bildgebung, Robotik, autonomer Agrartechnik und magnetischer Filtration eingesetzt. Ihre hohe Leistungsdichte macht sie für Anwendungen relevant, bei denen geringes Gewicht, kompakte Bauweise und hohe magnetische Leistung erforderlich sind.

Deutsch-britische Zusammenarbeit

Die HyProMag GmbH wurde gegründet, um die HPMS-Technologie in Deutschland und der Europäischen Union zu vermarkten. Die Kommerzialisierung wurde über mehrere Jahre durch Fördermittel von UK Research and Innovation, der Europäischen Union, des Landes Baden-Württemberg und der britischen Regierung im Rahmen der Initiative „Driving the Electric Revolution“ unterstützt.

Das Projekt zählt nach Unternehmensangaben zu den 17 Leuchtturmprojekten des deutsch-britischen Freundschaftsvertrags von 2025. HyProMag sieht die Anlage in Pforzheim als Bestandteil einer europäischen Lieferkette für Seltene-Erden-Magnete und als Grundlage für den weiteren Ausbau von Recycling- und Produktionskapazitäten.

Quelle: HyProMag
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