BUND fordert schnelle Einführung von Pfand-Mehrwegsystem

Angesichts steigender Verpackungsmüllberge fordert der BUND Bundesumweltministerin Svenja Schulze auf, die Überarbeitung des Verpackungsgesetzes auch dafür zu nutzen, einheitliche und firmenübergreifende Pfand-Mehrwegsysteme verbindlich einzuführen.
Foto: photka, Fotolia.com

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Mehrweg sollte schnellstens der günstigere und übliche Standard werden, noch fristen wiederverwendbare Verpackungen ein absolutes Nischendasein. Einheitliche Pfandsysteme machen Mehrwegverpackungen für Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Unternehmen aller Größen gleichermaßen zugänglich. Hier muss die Politik handeln, dann kann es keine Ausreden mehr geben.“ Nach dem aktuellen Entwurf der Novelle würde es vielen Unternehmen weiterhin freigestellt sein, ob sie Mehrwegalternativen überhaupt anbieten. Umweltfreundliche Verpackungen müssen aus Sicht des BUND jedoch verpflichtend angeboten werden und leicht zugänglich für alle sein.

Besonders im Verpackungsbereich wird deutlich, wie leichtfertig wir Plastik für Wegwerfartikel nutzen: Essen und Getränke werden teilweise nur für wenige Minuten in ein Material verpackt, für dessen Produktion wertvolle Ressourcen eingesetzt wurden und das anschließend über Jahrzehnte die Umwelt belastet.

Doch auch im Business-to-Business-Bereich fällt vermeidbarer Verpackungsmüll an. „Einweg-Folien oder Kartonagen, die beim Handel und Transport zwischen Unternehmen anfallen, sind für Endverbraucherinnen und Endverbraucher meist unsichtbar, verursachen aber ebenso große Müllmengen“, sagt Janine Korduan, BUND-Expertin für Kreislaufwirtschaft. „Dabei gibt es gute Ansätze für einheitliche Poolsysteme, wie beispielsweise Europlatten und stabile Kunststofffässer. Auch hier brauchen wir dringend bundes- und europaweit funktionierende Mehrweglösungen.“

Neben der verbindlichen Einführung von einheitlichen Pfand-Mehrwegsystemen befürwortet der BUND, dass Einwegflaschen aus Kunststoff aus einem hohen Anteil an recyceltem Material, sogenanntem Rezyklat, bestehen müssen. Bis 2025 ist ein Anteil von 40 Prozent Rezyklat realistisch. Zusätzlich müssen ähnliche Festlegungen für weitere Verpackungsbereiche erfolgen, beispielsweise Transportverpackungen wie Folien, Kanister, Eimer, Fässer und Paletten oder auch Pflanztöpfe.

„Unsere planetaren Grenzen erlauben es uns schlichtweg nicht, weiterhin vermeidbare Wegwerfprodukte zu tolerieren. Wir müssen jetzt substanziell Ressourcen im Verpackungssektor einsparen. Wenn das Ziel des Gesetzentwurfes ist, den Ressourcenverbrauch ernsthaft zu verringern, die Recyclingquoten zu erhöhen und die Umwelt vor Plastikabfall zu schützen, muss das Verpackungsgesetz konsequent und umfassend für Abfallvermeidung sorgen“, so Bandt.

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