Emissionen beim Shreddern verringern

Mit einem modularen Entstaubungssystem für Shredder will Metso den gestiegenen Anforderungen der Immissionsschutzgesetzgebung in Deutschland und der EU Rechnung tragen.
Die Metso-Wassereindüsung mit Hochdruck in den Shreddermahlraum bindet Partikel noch besser.

Metso ist Technologieanbieter im Bereich Shredderanlagen mit den Hauptkomponenten Shredder, Entstaubung und Separierung. Grundprinzip der Entstaubung ist die zweistufige Abluftreinigung durch einen Schwerkraftabscheider (Zyklon) und nachgeschalteten Venturi-Wäscher. Über einen Kamin verlässt die gereinigte Abluft das Entstaubungssystem.

Das komplexe System dieser Entstaubungsanlagen wurde, den gestiegenen Anforderungen der Immissionsschutzgesetzgebung in Deutschland und der EU Rechnung tragend, von Metso zu einem modularen System weiterentwickelt. „Die modulare Herangehensweise war der entscheidende Punkt, um so bereits pro Modul effektive und messbare Resultate zu erzielen, die sich von Aggregat zu Aggregat verbessern lassen“, ist sich das Forschungs- und Entwicklerteam rund um die Ingenieure Reyk Buch und Erich Köhl sicher.

Die strömungsoptimierte, neu entwickelte zweistufige Metso Venturi-Kehle setzt neuen Standard in der nassen Reinigung.
Die strömungsoptimierte, neu entwickelte zweistufige Metso Venturi-Kehle setzt neuen Standard in der nassen Reinigung.

Durch die neuartige Hochdruck-Wassereindüsung direkt am Shredder wird eine bessere Partikel- Bindung und eine Temperaturabsenkung im Zerkleinerungsraum durch feinst verteilte Wassertröpfchen erzielt. Die Temperaturabsenkung  im Shreddermahlraum wirkt der Entstehung der klimaschädlichen, leicht flüchtigen, organischen Kohlenwasserstoffe (VOC = volatile organic compounds) entgegen. Als erfreulicher Nebeneffekt verdrängt der Wassernebel zudem die Luft aus dem Gehäuse, reduziert so Verpuffungen oder dämpft deren Auswirkungen.

Nach Durchlauf des Zyklons (Abscheider grober Bestandteile) eröffnen sich in der Doppel-Deck-Venturi-Kehle weitere Perspektiven der nassen Reinigung. Die über cfd-Simulation erzielte Strömungsoptimierung sorgt für eine wesentlich intensivere Verwirbelung und Durchmischung der Abluft mit dem Waschwasser und ermöglicht hierdurch eine Partikelbindung bis zu einer Größenordnung, die im Nanobereich liegt.

Metso Entstaubungsanlage am Shredder
Metso Entstaubungsanlage am Shredder

Eine nochmalige Steigerung der Abluftreinigung erzielt ein nachgeschalteter Gegenstromwäscher im Tropfenabscheider. Hier erzeugt eine Frischwasser-Mischdüse ein größtmögliches Konzentrationsgefälle für die VOC-Aufnahme. In diesem Wäscher wird der erneuten Freisetzung der leichtflüchtigen Bestandteile entgegengewirkt. Zudem lassen sich hier die Systemverluste des Wasserkreislaufs ersetzt.

Die Aufnahmekapazität des Waschwassers ist begrenzt. Um diese zu erhöhen, nutzen herkömmliche Systeme einen Absetztank plus Austragsförderer für abgelagertes Sediment, trotzdem muss das Waschwasser regelmäßig gewechselt werden. Das Metso-Know-how setzt auf eine spezielle Flotationsanlage zur Waschwasseraufbereitung. Mit dem Eintrag extrem feiner Luftbläschen gelingt es, Schwebstoffe, Partikel und Kohlenwasserstoffe an die Bläschen zu binden. Der entstehende Flotatschaum schließt die so gebundenen Bestandteile für einen langen Zeitraum ein.

Zusätzlich sorgt ein Bogensieb für ein Abscheiden gröberer Partikel nach dem Wäscheraustritt. Dies erhöht die Zuverlässigkeit des Waschsystems im Betrieb und die Dauer der Kreislaufführung wird optimiert. Auch die Ventilatoren im Entstaubungssystem zeigen sich verbessert. Ventilatoren mit Frequenzumrichter sorgen für effektivere Strömungsverhältnisse der Luft und somit Energieeinsparung. Das neue, modulare Entstaubungssystem von Metso ist so konzipiert, dass es sich auch schrittweise in bestehende Anlagen einbringen lässt.

KEINE KOMMENTARE

Kommentar schreiben