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VerpackDG verzögert sich wegen EU-Nachforderungen

Weniger als drei Monate vor dem Geltungsbeginn der europäischen Verpackungsverordnung PPWR wächst die Unsicherheit in der Verpackungs- und Recyclingwirtschaft. Grund ist die Verzögerung beim geplanten Verpackungsrecht-Durchführungsgesetz (VerpackDG). Mit dem Gesetz soll deutsches Recht an die Vorgaben der PPWR angepasst und um nationale Begleitregelungen ergänzt werden. Das Thema bestimmte die Diskussionen beim AVU-Forum „Verpackung und Umwelt“ am 20. Mai in Berlin.
VerpackDG Verzögerung EU
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Vor mehr als 100 Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Verbänden erklärte Silke Karcher, Leiterin der Unterabteilung Kreislaufwirtschaft im Bundesumweltministerium, dass die EU-Kommission Nachbesserungen am Gesetzentwurf verlangt habe. Nach Einschätzung der Beteiligten betreffen die Hinweise keine grundlegenden Änderungen. Dennoch verlängert sich durch das laufende Notifizierungsverfahren der Zeitplan für das Gesetzgebungsverfahren.

Das Inkrafttreten des VerpackDG dürfte sich damit bis September verschieben. Die europäische Verpackungsverordnung PPWR gilt jedoch bereits ab dem 12. August 2026 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Unternehmen entlang der Verpackungswertschöpfungskette müssen sich deshalb auf eine Übergangsphase einstellen, in der nationale Regelungen noch nicht vollständig an das europäische Recht angepasst sind. Branchenvertreter sehen darin erhebliche Rechts- und Planungsunsicherheiten.

Diskussion über Rezyklate und Mehrweg

Zum Auftakt der Veranstaltung sprach Antje von Broock, Leiterin der Abteilung Kreislaufwirtschaft, Immissionsschutz und Chemikaliensicherheit im Bundesumweltministerium, über die Bedeutung einheitlicher europäischer Rahmenbedingungen für nachhaltigere Verpackungen und den Binnenmarkt.

In einer Diskussionsrunde debattierten die Bundestagsabgeordneten Michael Thews (SPD) und Florian Bilic (CDU) gemeinsam mit Wirtschaftsvertretern über wirtschaftliche Anreize für den verstärkten Einsatz von Rezyklaten in Kunststoffverpackungen.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Verpackungsreduktion und Mehrwegförderung. Ines Oehme vom Umweltbundesamt diskutierte mit Vanessa Esslinger vom WWF sowie Vertreterinnen und Vertretern der Glas- und Aluminiumindustrie über Förderinstrumente und bestehende Hürden für Mehrwegsysteme. Dabei ging es auch um gemeinsame Brancheninitiativen zum Ausbau von Mehrweglösungen.

Ölpreise beeinflussen Rezyklatmärkte

Henning Krumrey von Interzero thematisierte die Auswirkungen steigender Ölpreise auf die Märkte für recycelte Kunststoffe. Nach Einschätzung der Teilnehmer verbessert das aktuelle Preisniveau die Wettbewerbsfähigkeit von Rezyklaten. Gleichzeitig wurde darauf hingewiesen, dass sinkende Ölpreise diesen Effekt schnell wieder abschwächen könnten. Deshalb seien langfristige Fördermaßnahmen erforderlich.

Das Forum Verpackung und Umwelt fand im Jubiläumsjahr der AVU statt. Die Organisation feiert 2026 ihr 40-jähriges Bestehen. Bereits am Vorabend der Veranstaltung hatte die AVU Bundesumweltminister Carsten Schneider zu einem Festakt begrüßt.

Quelle: AVU
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