Am Standort nahe Bergamo verarbeitet Stemin nach Unternehmensangaben jährlich rund 180.000 Tonnen Aluminium. Das entspricht etwa 17 bis 18 Prozent des italienischen Sekundärmarktes. Im Werk sind derzeit fünf Sortierlinien von Steinert im Einsatz, die wesentliche Prozessschritte der Aufbereitung abdecken. Dazu zählen die Wirbelstromscheidung, die sensorgestützte Schwer-Leicht-Trennung sowie die Legierungssortierung mit dem LIBS-basierten System Steinert Plasmax.
Sortierung in mehreren Prozessstufen
Die Anlagen trennen gemischte Aluminiumschrotte in definierte Fraktionen, die direkt an Schmelzwerke geliefert werden können. Vor der eigentlichen Legierungssortierung durchlaufen die Materialströme mehrere Vorbehandlungsstufen. In diesen Strömen befinden sich neben Aluminium auch Kunststoffe, Leicht- und Schwermetalle sowie unterschiedliche Legierungstypen.
In der Steinert-Plasmax-Anlage analysiert ein LIBS-Sensor jedes einzelne Partikel und sortiert es auf Basis seiner chemischen Zusammensetzung. Das System unterscheidet Aluminiumlegierungen der Reihen 1xxx bis 8xxx und erreicht laut Unternehmen einen Durchsatz von bis zu 11 Tonnen pro Stunde. Gleichzeitig können bis zu drei Fraktionen erzeugt werden. Dadurch lässt sich legierungsspezifisches Vormaterial gezielt für die weitere metallurgische Verarbeitung bereitstellen.
Hohe Reinheit und stabile Verfügbarkeit
Nach Angaben von Stemin erreicht der Prozess Reinheitsgrade von mehr als 99 Prozent bei konstantem Durchsatz und stabiler Anlagenverfügbarkeit. Für das Unternehmen ist die technische Zuverlässigkeit ein wesentlicher Faktor, um sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Ziele zu erreichen. Dazu zählen ein geringerer Energieverbrauch, höhere Stundenleistungen und weniger Stillstandszeiten.
Steinert verweist zudem auf die Langlebigkeit zentraler Komponenten. Seit 2020 gibt das Unternehmen auf seine Röntgenquellen eine Garantie von 20.000 Betriebsstunden.
Upgrade für kleinere Korngrößen
Steinert entwickelt die Sortiertechnik nach eigenen Angaben laufend weiter. Ein neues Upgrade für die Steinert Plasmax soll die Aufbereitung noch kleinerer Korngrößen ermöglichen. Unternehmen können das Potenzial ihres Materials vor einer Investitionsentscheidung im Steinert Test Center im industriellen Maßstab prüfen lassen.
Service und Fernzugriff im Betrieb
Neben der Sortiertechnik ist für Stemin auch der technische Service von Bedeutung. Die Systeme sind per Fernzugriff vernetzt, sodass Störungen in vielen Fällen ohne Vor-Ort-Einsatz analysiert und behoben werden können. Das soll Ausfallzeiten verringern und die Verfügbarkeit der Anlagen erhöhen.
Aus Sicht von Stemin hat sich die Zusammenarbeit dadurch von einer klassischen Lieferanten-Kunden-Beziehung zu einer technisch eng abgestimmten Partnerschaft entwickelt. Im Mittelpunkt stehen dabei die Prozesssicherheit, die Verfügbarkeit der Sortierlinien und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Betriebs.
Test Center als Grundlage für Investitionen
Vor der Installation neuer Maschinen führt Stemin Versuche im Steinert Test Center in Köln durch. Für das Unternehmen ist diese Einrichtung ein Instrument zur Absicherung von Investitionsentscheidungen. Entscheidend ist dabei nach Unternehmensangaben die Möglichkeit, Tests nicht nur im Kilogramm-Maßstab, sondern mit Materialmengen im Tonnenbereich durchzuführen.
Für Stemin bildet diese Skalierbarkeit die Grundlage, um Rückgewinnungsquoten und Sortierergebnisse mit dem jeweils eigenen Inputmaterial realistisch zu bewerten. Die Ergebnisse aus dem Testbetrieb fließen anschließend in die Auslegung der Anlagen am Standort Bergamo ein.







