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Kompostierbare Kunststofffragmente im Boden

Ein neues deutsch-österreichisches Forschungsprojekt untersucht den biologischen Abbau kompostierbarer Kunststofffragmente im Boden unter realen Bedingungen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie schnell sich Fragmente aus zertifiziert kompostierbaren Kunststofffolien abbauen, wenn sie über den Kompost in den Boden gelangen.
biologischer Abbau kompostierbarer Kunststofffragmente im Boden
Copyright: Erstellt mit ChatGPT
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Wissenschaftliche Grundlage

Das Projekt mit dem Titel „Fortgesetzter biologischer Abbau von Fragmenten aus zertifiziert kompostierbaren Kunststofffolien im Boden unter realen Bedingungen“ soll belastbare Daten zum weiteren Abbau solcher Materialien im Boden liefern. Ziel ist es, das Verhalten kompostierbarer Kunststofffolien nach der Behandlung in Bioabfallanlagen genauer zu erfassen und wissenschaftlich fundiert zu bewerten.

Einordnung in den biologischen Kreislauf

Zertifiziert kompostierbare Bioabfall-Sammelbeutel werden in vielen Haushalten für die getrennte Erfassung von Küchenabfällen genutzt. In Österreich müssen sehr leichte Kunststofftragetaschen seit 2020 kompostierbar sein. Sie werden zunächst für loses Obst und Gemüse verwendet, können anschließend zur Aufbewahrung von Lebensmitteln dienen und später für die Sammlung von Bioabfällen eingesetzt werden.

In Deutschland sind kompostierbare Bioabfallbeutel für die Sammlung und Entsorgung von Biogut grundsätzlich zulässig, sofern keine abweichenden Vorgaben der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger gelten und die Anforderungen der Bioabfallverordnung eingehalten werden. Dazu gehört unter anderem, dass sich die Beutel innerhalb von sechs Wochen Behandlungsdauer in Kompostieranlagen abbauen und in Fragmente kleiner als zwei Millimeter desintegrieren. Der Nachweis erfolgt über ein unabhängiges Zertifizierungsverfahren, etwa „DINplus Bioabfall-Beutel“ auf Grundlage der Norm DIN EN 13432.

Untersuchung unter Praxisbedingungen

Das Forschungsprojekt soll klären, ob möglicherweise im Kompost verbleibende Folienfragmente unter realen Bedingungen im Boden weiter biologisch abgebaut werden. Zudem soll die Verstoffwechselung durch Bodenmikroorganismen quantifiziert werden.

Dazu werden in zwei Bioabfallbehandlungsanlagen zertifiziert industriell kompostierbare Folien im regulären Anlagenbetrieb behandelt. Beteiligt sind ein Kompostwerk in Österreich sowie eine Vergärungsanlage mit nachgeschalteter Kompostierung in Deutschland. Die dabei erzeugten Komposte, die entsprechende Fragmente enthalten, werden anschließend auf Böden ausgebracht. Über einen Zeitraum von voraussichtlich 24 Monaten werden regelmäßig Proben entnommen, um den weiteren Abbau der verbliebenen Partikel zu verfolgen.

Partner aus Wissenschaft und Praxis

An dem Projekt sind Einrichtungen aus Wissenschaft, Materialherstellung und Bioabfallbehandlung beteiligt. Mitwirkende Forschungspartner sind Institute der Universität Wien, der Universität für Bodenkultur Wien und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich. Träger des Projekts sind das österreichische Bündnis mikroplastikfrei und die deutsche Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft. Ein interdisziplinär besetzter Beirat aus Fachleuten der Abfallwirtschaft, der Kompost- und Erdenwirtschaft sowie aus Wissenschaft und Politik begleitet das Vorhaben.

Das Projekt soll Erkenntnisse darüber liefern, wie sich Fragmente zertifiziert kompostierbarer Kunststofffolien entlang der Prozesskette von der Kompostierung bis zum Bodeneintrag verhalten. Damit soll eine wissenschaftliche Grundlage für die Bewertung ihres weiteren biologischen Abbaus im Boden geschaffen werden.

Quelle: Initiative natürliche Kreislaufwirtschaft
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