Cusiana betreibt am Standort Verbania eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 100.000 Tonnen im Fünf-Tage-Dauerbetrieb. Während das Geschäftsmodell ursprünglich auf das Einschmelzen von Aluminiumschrotten und die Produktion von Barren ausgerichtet war, wurde die Wertschöpfungskette in den vergangenen Jahren um die gezielte Schrottaufbereitung erweitert. Heute generiert das Unternehmen rund die Hälfte seines Umsatzes im Bereich der Aufbereitung und Sortierung von Aluminiumschrotten.
Die technologische Neuausrichtung trägt den steigenden Anforderungen insbesondere aus der Automobil- und Luftfahrtindustrie Rechnung. Gefordert werden enge elementare Grenzwerte, unter anderem für Silizium, Eisen und Mangan, die ohne präzise Vorsortierung des Inputmaterials nicht zuverlässig eingehalten werden können.
Die realisierte Sortierlinie ist als dreistufiger Prozess ausgelegt. In der Vorbehandlung werden gemischte Aluminiumfraktionen aus Blechen, Profilen und Strangpressmaterial zerkleinert und über Magnet- sowie Siebtechnik in definierte Fraktionen getrennt. In der zweiten Stufe kommen mehrere X-Tract-Systeme zum Einsatz, die Störstoffe wie Kupfer und Messing sowie Aluminiumfraktionen mit erhöhtem Schwermetallanteil separieren. Dazu zählen unter anderem bestimmte Gusslegierungen sowie Werkstoffe der 2000er- und 7000er-Serie.
In der abschließenden Phase übernehmen Autosort Pulse-Systeme die legierungsspezifische Sortierung. Grundlage ist die laserinduzierte Plasmaspektroskopie (LIBS), mit der einzelne Elemente in Echtzeit analysiert und Materialströme entsprechend ihrer chemischen Zusammensetzung getrennt werden. Auf diese Weise lassen sich definierte Aluminiumlegierungen mit hoher Reinheit erzeugen. Die Anlage erreicht einen stabilen Durchsatz von sieben Tonnen pro Stunde je Einheit. Ergänzend wird eine FINDER-Einheit zur Rückgewinnung von Metallfeinanteilen aus dem Reststrom eingesetzt.
Der gesamte Prozess wird mit erneuerbaren Energien betrieben. Cusiana produziert auf dieser Basis Aluminium mit einem bilanziell niedrigen CO₂-Fußabdruck. Neben der Herstellung von Recyclingbarren mit vollständig recyceltem Inputmaterial ermöglicht die erzielte Sortierqualität auch den direkten Verkauf legierungsspezifischer, hochreiner Schrottpartien an industrielle Abnehmer. Für diese Materialströme kann auf eine erneute Einschmelzung verzichtet werden, was Energie- und Prozessaufwand reduziert.
Durch die Kombination aus Multi-Sensor-Sortierung, LIBS-Technologie und prozessintegrierter Feinmetallrückgewinnung erweitert Cusiana seine Position im Markt für Sekundärrohstoffe und erschließt zusätzliche Absatzwege im Bereich hochwertiger Aluminiumlegierungen.







