Besonders Kommunen in Küstennähe sowie entlang großer Flüsse weisen erhöhte Risiken auf. Grundlage der Analyse ist das Risikomodell K.A.R.L. der Köln.Assekuranz. Untersucht wurden die aktuellen Belastungen sowie Projektionen bis zum Jahr 2050 für die Naturgefahren Sturm, Starkregen, Hitze, Dürre und Hagel. Der Klimarisikoindex bildet die Verwundbarkeit der städtischen Infrastruktur auf einer Skala von 0 (geringes Risiko) bis 10 (hohes Risiko) ab.
Wilhelmshaven mit hohem, Kempten mit niedrigem Risiko
Die höchsten Klimarisiken für die städtische Infrastruktur ergeben sich für Wilhelmshaven. Der Indexwert liegt aktuell bei 5,7 und steigt bis 2050 auf 5,9. Damit weist die Stadt den höchsten Wert aller untersuchten Regionen auf. Die geringsten Risiken zeigt Kempten im Allgäu. Dort erhöht sich der Index von 2,8 auf 3,1. Zwar nimmt das Starkregenrisiko auch in dieser Region zu, insgesamt bleibt die Belastung im Vergleich zu anderen Kommunen jedoch niedriger.
Sturm, Starkregen und Hitze als zentrale Risiken
Von den untersuchten Naturgefahren wirken sich insbesondere Sturm, Starkregen und Hitzestress auf Kommunen in Deutschland aus:
- Sturm: Bereits heute stellt Sturm bundesweit ein hohes Risiko dar. Alle Kreise und kreisfreien Städte liegen über einem Indexwert von 7,5. Bis 2050 steigt die Belastung weiter an, insbesondere in den Landkreisen Neu-Ulm, Biberach und Lindau.
- Starkregen: Rund ein Viertel der Regionen weist bereits heute ein Starkregenrisiko mit einem Indexwert über 7,5 auf. Besonders deutlich nimmt das Risiko in bergigen Regionen zu, unter anderem in Kempten (Allgäu), im Landkreis Oberallgäu und im Märkischen Kreis.
- Hitzestress: Aktuell ist Hitzestress noch kein flächendeckendes Risiko, zeigt jedoch bis 2050 die stärkste Zunahme. Für 372 der 400 Regionen wird ein steigender Indexwert über 3 prognostiziert. Besonders betroffen sind Landkreise in Brandenburg, darunter Oberspreewald-Lausitz, Märkisch-Oderland und Dahme-Spreewald.
Finanzierungsbedarf in den Kommunen
Die Ergebnisse des Klimarisikoindex verdeutlichen den steigenden Anpassungsbedarf in Städten und Gemeinden. Insbesondere Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur erfordern langfristige und verlässliche Finanzierungsstrukturen auf kommunaler Ebene. Der Index liefert dafür eine datenbasierte Grundlage zur Priorisierung von Vorsorgemaßnahmen und Investitionen.







