Mehrwegquote steigern

Grüne Umweltministerinnen und Umweltminister wenden sich anlässlich des kommenden Welt-Recycling-Tages an neue Bundesumweltministerin Svenja Schulze.
Kreislaufwirtschaft
Recycling

„Eine moderne und nachhaltige Kreislaufwirtschaft sorgt nicht nur für die Wiederverwendung anfallender Abfälle, sondern nutzt auch dem Umweltschutz, der Wirtschaft und dem Klima. Für den Erfolg sind aber bundeseinheitliche Regelungen notwendig. Darum erwarten wir von der neuen Bundesumweltministerin, sich im Sinne des Ressourcenschutzes strukturell für eine Stärkung von Mehrwegverpackungen in Deutschland einzusetzen. Der negative Trend muss gestoppt werden“, sagte die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken heute in Mainz.
„Dazu gehört in meinen Augen auch, den Verbrauchern beim Kauf von Getränken in Mehrwegverpackungen durch eine eindeutige Kennzeichnung zu helfen. Da, wo Mehrweg allerdings nicht zur Anwendung kommen kann, sollte sich die Bundesregierung für ökologisch vorteilhafte Getränkeverpackungen stark machen.“

Erster Welt-Recycling-Tag
Anlässlich des ersten Welt-Recycling-Tags am Sonntag, 18. März, haben die grünen Umweltministerinnen und -minister beziehungsweise Umweltsenatoren die neue Bundesumweltministerin, Svenja Schulze, in einem gemeinsamen Brief aufgefordert, sich für eine Stärkung von Mehrweg in Deutschland stark zu machen: „Unsere Ressourcen sind endlich. Zugleich ist Deutschland Europameister im Plastik-Umsatz, die Meere sind weltweit durch Kunststoffe belastet. Es ist daher eine drängende Aufgabe der Zukunft für mehr Effizienz und Ressourcenschutz in der Kreislaufwirtschaft zu sorgen. Dazu gehört insbesondere die verstärkte Nutzung von Getränken in Mehrwegflaschen.“ Allerdings sei die Mehrwegquote in allen Getränkesegmenten weiter gesunken und betrage nur noch 44,3 Prozent, betonen die Landesministerinnen, -minister und Senatoren gegenüber der Bundesministerin.

Ressourcenschutz und Kreislaufwirtschaft
„Eine Trendumkehr ist nicht erkennbar“, kritisieren die Landesministerinnen und -minister, obwohl bei der Novellierung des Verpackungsrechts eine Zielquote für den Anteil von in Mehrweggetränkeverpackungen abgefüllten Getränke von mindestens 70 Prozent in das Gesetz aufgenommen wurde. „Es fehlen im geltenden Bundesrecht hinreichende und rechtssichere Instrumente und Anreize für die Entwicklung und Verwendung ökologisch vorteilhafter Getränkeverpackungen“, heißt es im gemeinsamen Schreiben.

Europäische Kunststoffstrategie fordert Gegensteuern
Die Umweltministerinnen und -minister aus Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die Umweltsenatorin und -senatoren aus Berlin, Bremen und Hamburg weisen nach Angaben des BMUB in ihrem Brief an Svenja Schulze außerdem darauf hin, dass auch in der europäischen Kunststoffstrategie festgehalten ist, wie dringend den durch Kunststoffe verursachten Umweltproblemen entgegengesteuert werden müsse. Die Europäische Kommission hat angekündigt, dass zukünftig der gesamte Lebenszyklus von Produkten und damit auch die anschließende Verwertung betrachtet werden müsse. „Mehrweg und ökologisch verträgliche Einwegverpackungen sind die bessere Alternative“, betonen die Landespolitikerinnen und -politiker. „Darum bitten wir die neue Bundesumweltministerin, mit den Produktverantwortlichen und betroffenen Interessensverbänden Vorschläge zur Stärkung nachhaltiger Verpackungen für Getränke zu entwickeln und mit den Ländern zu erörtern“, heißt es weiter.

Der Weltrecyclingtag wird 2018 zum ersten Mal begangen – aufgerufen dazu hatte das „Bureau of International Recycling“, das 1948 gegründet wurde und seinen Sitz in Brüssel hat. Die Non-Profit-Organisation ist der größte internationale Verband der Kreislaufwirtschaft.

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