Neue Studie zum Ressourcenmanagement Seltener Erden

Das Öko-Institut hat einen Acht-Punkte-Plan für ein nachhaltiges Ressourcenmanagement für Neodym, Terbium, Lanthan & Co. aufgestellt. Dieser Plan ist Teil einer Studie, die das Darmstädter Forschungs- und Beratungsinstitut im Auftrag der Fraktion "Die Grünen/Europäische Freie Allianz" im EU-Parlament erstellt hat. Als wichtige Strategie zur Schonung der Rohstoffvorkommen schlagen die Wissenschaftler ein umfassendes Recycling von Seltenen Erden vor.

„Seltene Erden brauchen wir heute, um mit energiesparender Beleuchtung, Katalysatoren und Elektrofahrzeugen in eine grüne Zukunft zu starten“, erklärt Doris Schüler vom Öko-Institut ihre Bedeutung. „Dabei müssen wir jedoch jetzt darauf achten, dass sie aus einer nachhaltigen Produktionskette stammen. Hierbei spielen neben einem umweltfreundlichen Bergbau die effiziente Gewinnung und Nutzung der seltenen Erden eine große Rolle. Hier sieht das Öko-Institut noch viel Spielraum für eine Optimierung.“

Ein umfassendes Recycling von Seltenen Erden reduziere hohe Abhängigkeiten von knappen Rohstoffen, argumentiert das Institut. Dabei komme dem Aufbau einer europäischen Recyclingwirtschaft eine besondere Bedeutung zu. Europa gehöre heute zu den weltweit größten Seltenen-Erden-Konsumenten. Mittelfristig würden deshalb bedeutende Mengen an Seltenen Erden in den zukünftigen Abfallströmen anfallen.

Das Öko-Institut stellt in der Studie eine entsprechende Strategie vor, die wichtige Schritte enthält wie beispielsweise der Aufbau eines „Europäischen Seltene-Erden- Kompetenz-Netzwerks“, das Erstellen einer detaillierten Stoffstromanalyse, das Durchführen von Forschungsvorhaben, das Konzipieren von Sammlung- und Behandlungsanlagen und die Anpassung der juristischen Rahmenbedingungen. Da es einige Jahre dauern werde, bis alle technischen, wirtschaftlichen und juristischen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Recyclingsystem geschaffen sind, sollte jetzt mit dem Aufbau begonnen werden, betont das Öko-Institut. Für eine außenpolitische Strategie macht das Öko-Institut ebenfalls Vorschläge. Hierzu zählen eine robuste EU-Kooperation mit China zum Umweltschutz im Bergbau und ein allgemeines EU-Engagement zur nachhaltigen Gewinnung von Seltenen Erden.

Die Studie stelle erstmals systematisch alle verfügbaren Informationen zum Abbau von Seltenen Erden inklusive der verbundenen, meist negativen Umweltaspekte, Import- und Exportdaten, Einsatzgebiete sowie Preisentwicklungen zusammen, wie die Autoren der Studie sagen. „Bislang gaben niedrige Rohstoffpreise keinerlei Anreiz für einen sorgsamen Umgang mit den wertvollen Rohstoffen“ konstatiert Schüler. „Heute jedoch sehen wir enorme Preisanstiege und die Begrenzung der Ausfuhren aus China. Diese Entwicklung hat zu einer fieberhaften Suche nach neuen Minen geführt.“

Der Bergbau von Seltenen Erden führe zu gravierenden Umweltauswirkungen, wenn nicht ausreichende Vorkehrungen für einen hohen Umweltstandard getroffen werden, so das Öko-Institut. So enthielten fast alle Lagerstätten radioaktive Stoffe, die bei der weiteren Aufbereitung als Reststoffe anfallen. Der Bergbau der Seltenen Erden habe in China bereits zu hohen Umweltschäden und zu Erkrankungen von Arbeitern und Anwohnern geführt. Die chinesische Regierung habe auf diese Missstände reagiert und entsprechende Umweltauflagen erhoben.

Zur „Study on Rare Earths and Their Recycling“
http://www.oeko.de/oekodoc/1112/2011-003-en.pdf

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