Bodenaushub stärker in die Kreislaufwirtschaft integrieren
Tristan Tallafuss, Geschäftsführer des BRV, verwies auf das hohe Potenzial von Bodenaushubmaterialien. Von jährlich rund 64 Millionen Tonnen Abfall in Österreich entfallen etwa 57 Prozent auf Aushubmaterialien. Bislang werden große Mengen deponiert. Die geplante Aushubverordnung soll künftig eine stärkere Verwertung ermöglichen.
Eine zentrale Rolle spielt dabei die Aufbereitung zu Gesteinskörnungen. Zudem sieht die Verordnung für mehrere Umweltqualitäten wie A1, A2 und A2-G ein vorzeitiges Abfallende vor. Laut Tallafuss enthält der aktuelle Entwurf Klarstellungen zum Anwendungsbereich, zusätzliche Präzisierungen sowie verpflichtende Sieblinien für Gesteinskörnungen.
Der ursprünglich diskutierte Umgang mit Neophyten wurde aus dem Entwurf entfernt. Der BRV begrüßt außerdem die Einführung des Begriffs „Erdbaumaßnahmen“ anstelle von „Verfüllungen“. Damit werde der technische Zweck der Maßnahme deutlicher beschrieben.
Kritisch sieht der Verband weiterhin die direkten Verweise auf konkrete Normen innerhalb der Verordnung. Änderungen technischer Grundlagen würden dadurch automatisch Novellen erforderlich machen. Aus Sicht des BRV wäre ein allgemeiner Verweis auf den Stand der Technik ausreichend.
Digitale Plattform für Recyclingbaustoffe
Katherina Heil präsentierte eine neue digitale Plattform für Bodenaushub und Baustoff-Recycling. Die Plattform soll Angebot und Nachfrage vernetzen und damit die Umsetzung der Aushubverordnung unterstützen.
Besonders relevant wird dies für Bauvorhaben mit mehr als 10.000 Tonnen Aushubmaterial. Dafür ist künftig ein Verwertungskonzept erforderlich. Die Plattform soll Transporte reduzieren, vorhandene Ressourcen besser verfügbar machen und Recycling sowie Wiederverwendung fördern.
Neue Anforderungen an Vegetationstragschichten
Christian Oberbichler stellte neue Ansätze für begrünte Bauteile und Vegetationstragschichten vor. Hintergrund sind zunehmende Wetterextreme mit längeren Trockenperioden und intensiven Niederschlägen.
Die neue ÖNORM B 1131 definiert erstmals standardisierte Anforderungen für Vegetationstragschichten. Recycling-Baustoffe wie Ziegelgranulat können dabei gezielt eingesetzt werden. Laut Oberbichler erleichtert insbesondere die Trennung zwischen der Herstellung der Schicht und der späteren Begrünung den Einsatz von Recyclingmaterialien.
Deponieverbote fördern Recycling
Roland Starke erläuterte aktuelle Entwicklungen im Deponierecht. Bereits 2024 traten Deponieverbote für Beton, Asphalt und Gleisschotter in Kraft. Für Gipsplatten folgen entsprechende Regelungen im Jahr 2026.
Darüber hinaus wird derzeit eine Novelle der Deponieverordnung vorbereitet, die sich mit per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (PFAS) beschäftigt. Eine umfassende Überarbeitung der Deponieverordnung soll anschließend 2027 in Kraft treten.
Forschung zu Recycling-Baustoffen
Mehrere Forschungsprojekte zeigten neue Möglichkeiten für den Einsatz von Recyclingmaterialien im Betonbau. Ildiko Merta von der Technischen Universität Wien präsentierte Ergebnisse des Projekts UPCRETE!. Demnach lassen sich höhere Anteile von Recycling-Baustoffen im Beton einsetzen, ohne die technischen Eigenschaften zu verschlechtern.
Jakob Lederer von der Technischen Universität Wien stellte Verfahren der Trocken-Nass-Aufbereitung vor. Sensorbasierte Technologien ermöglichen dabei die gezielte Entfernung von Störstoffen und verbessern die Qualität der erzeugten Recycling-Baustoffe.
Thomas Kasper, Präsident des BRV, sieht im BRV-Tag ein Beispiel für die Innovationskraft der Baustoff-Recycling-Branche. Die vorgestellten Entwicklungen sollen einen Beitrag zu einer nachhaltigeren Bauwirtschaft leisten.







