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Start-ups treiben Reifen-Kreislaufwirtschaft voran

AZuR erweitert das Netzwerk für eine nachhaltige Reifen-Kreislaufwirtschaft. Im Mittelpunkt steht die Zusammenarbeit von Start-ups, etablierten Industrieunternehmen, Forschungseinrichtungen und Recyclingbetrieben.
Reifen-Kreislaufwirtschaft
Wie aus einer starken Idee ein Branchen-Innovator werden kann, zeigt das AZuR-Partner-Start-up BEAR- Machines: Die Gründer entwickelten mit der halbautomatischen Nachprofilierungsmaschine BEAR-CUT eine echte Innovation, die Reifenleben verlängert, Ressourcen spart und CO₂-Emissionen senkt. Copyright: NRZ/Arno Borchers.
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Das Netzwerk zählt nach eigenen Angaben mehr als 80 europäische Partner. Ziel ist es, Reifen möglichst vollständig im Kreislauf zu halten. Dazu gehören Reparatur, Nachprofilierung, Runderneuerung sowie mechanische und chemische Verwertung.

Start-ups bringen neue Ansätze ein

Mehrere junge Unternehmen entwickeln im AZuR-Netzwerk technische Lösungen für unterschiedliche Stufen der Reifen-Wertschöpfungskette.

Bear-Machines hat mit Bear-Cut eine halbautomatische Nachprofilierungsmaschine für Nutzfahrzeugreifen entwickelt. Die Technik soll die Nutzungsdauer von Reifen verlängern, Ressourcen schonen und Kohlendioxid-Emissionen senken.

Das niederländische Start-up AKIN arbeitet mit Rubber BioRefine an einer Plattform für biotechnologische Verfahren im Kautschukrecycling. Ziel ist es, schwer verwertbare Bestandteile aus Altreifen wieder in Rohstoffe mit hoher Qualität zu überführen.

CO2OPT bietet Flottenbetreibern eine datenbasierte Plattform für Reifenmanagement und Flottenbetrieb. Das System nutzt künstliche Intelligenz und Telematikdaten, um geeignete Reifen und Einsatzstrategien zu ermitteln. Nach Angaben des Unternehmens können Flotten dadurch Kraftstoffkosten und Emissionen um bis zu zehn Prozent senken.

Solid Plant entwickelt biobasierte Füllstoffe für die Reifen- und Kunststoffindustrie. Die Materialien sollen fossile Rohstoffe teilweise ersetzen und damit die Produktion ressourcenschonender machen.

GATA Prolysis nutzt Pyrolyseverfahren, um Altreifen unter Sauerstoffausschluss in Sekundärrohstoffe wie Pyrolyseöl, recycelten Industrieruß und Gas umzuwandeln. Diese Stoffe können wieder in industrielle Wertschöpfungsketten einfließen.

Industriepartner ergänzen das Netzwerk

Neben Start-ups gewinnt AZuR weitere etablierte Partner. Im April 2026 trat Siemens Digital Industries dem Netzwerk bei. Das Unternehmen will nach AZuR-Angaben digitale Lösungen für eine nachhaltige und transparente Reifen-Wertschöpfungskette einbringen.

Ein Schwerpunkt liegt auf dem End-of-Life-Segment von Reifen. Siemens bringt Kompetenzen in Digitalisierung, Datenerfassung und Prozessoptimierung ein. Dazu zählen Lösungen für Planung und Betrieb von Anlagen zur Runderneuerung und zum Recycling sowie Ansätze zur datentechnischen Nachverfolgung von Reifen.

Auch matteco gehört zu den neuen Partnern. Das Unternehmen entwickelt und produziert Elastomerprodukte aus recyceltem Reifenmehl. Die Produkte kommen unter anderem im Bau- und Industriebereich zum Einsatz. Nach Unternehmensangaben bestehen sie zu mehr als 95 Prozent aus Recyclingmaterial und sind wiederverwertbar.

Granuband aus den Niederlanden verarbeitet Altreifen zu Gummigranulaten und Gummipulvern. Das Unternehmen beliefert internationale Märkte mit Sekundärrohstoffen für Anwendungen in Sport, Infrastruktur und Industrie.

InnoZent OWL ergänzt das Netzwerk als branchenübergreifender Innovationsverbund aus Ostwestfalen-Lippe. Der Verein vernetzt Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Start-ups und soll den Technologietransfer in der Reifen-Kreislaufwirtschaft unterstützen.

Altreifen bleiben Herausforderung

Nach AZuR-Angaben fallen in Europa jährlich rund 3,4 Millionen Tonnen Altreifen an. Ein Teil davon wird bereits verwertet. Gleichzeitig sieht das Netzwerk weiteren Bedarf, Materialkreisläufe zu schließen und fossile Rohstoffe zu ersetzen.

AZuR will dafür Akteure aus Industrie, Recycling, Wissenschaft und Start-up-Szene zusammenbringen. Auch Formate wie der Wettbewerb „Loop the Tyre 2026“ sollen neue Lösungen sichtbar machen und junge Unternehmen unterstützen.

Die Allianz sieht in der Verbindung von Technologieentwicklung, industrieller Anwendung und Recyclingpraxis einen zentralen Ansatz für die Transformation der Reifenbranche.

Quelle: Azur
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