Anzeige

Grüne Engel 2026 würdigen Recyclinginnovationen

Im Rahmen des bvse-Messeabends auf der IFAT Munich haben der bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung sowie das Aufbereitungszentrum Nürnberg Die Grünen Engel am 6. Mai die Grüne Engel 2026 verliehen. Rund 250 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft nahmen an der Veranstaltung teil.
Grüne Engel 2026 würdigen Recyclinginnovationen
Copyright: bvse
Anzeige

Seit 2014 würdigen die Veranstalter Unternehmen und Persönlichkeiten, die mit technologischen Entwicklungen und neuen Verfahren die Kreislaufwirtschaft voranbringen. Die Auszeichnungen wurden in den Kategorien Lebenswerk, innovative Recyclinglösung und zukunftsweisende Techniklösung vergeben. Zusätzlich verlieh die Jury einen Sonderpreis für inklusives Recycling.

Auszeichnung für das Lebenswerk von Jürgen Manzei

Den Preis für das Lebenswerk erhielt Jürgen Manzei für seinen Beitrag zum Kunststoffrecycling und zur Entwicklung geschlossener Stoffkreisläufe.

Bereits in den 1970er-Jahren beschäftigte sich Manzei mit Lösungen für die Abwasser- und Abfallbehandlung. Später wirkte er an Vorarbeiten für das Duale System Deutschland und den Grünen Punkt mit. Mit der Gründung von PURUS Plastics im Jahr 1994 in Arzberg etablierte er früh Recyclingverfahren für haushaltsnahe Kunststoffverpackungen.

Das Unternehmen entwickelte eigene Aufbereitungstechnologien und baute Kapazitäten für die Verarbeitung von Post-Consumer-Rezyklaten auf. Ein bekanntes Produkt ist das Bodengittersystem Ecoraster aus Recyclingkunststoffen. Das System unterstützt die Regenwasserversickerung und reduziert Hitzeinseln in urbanen Räumen.

Accurec entwickelt Batterierecycling weiter

In der Kategorie innovative Recyclinglösung zeichnete die Jury die Accurec-Recycling GmbH aus. Das Unternehmen gewann mit einem Verfahren zur Rückgewinnung von Lithium, Nickel und Kobalt aus Altbatterien.

Die Technologie kombiniert thermische, mechanische und hydrometallurgische Prozessschritte. Organische Bestandteile werden zunächst thermisch behandelt und energetisch genutzt. Anschließend bereitet Accurec die verbleibenden Materialien mechanisch auf und gewinnt daraus die relevanten Batterierohstoffe zurück.

Nach Angaben des Unternehmens kommt das Verfahren weitgehend ohne Säuren und Basen aus. Stattdessen wird Wasser im Kreislauf geführt. Lithiumcarbonat lässt sich so mit hoher Reinheit zurückgewinnen.

Accurec betreibt nach eigenen Angaben die erste kommerzielle Anlage in Europa, die Lithium in dieser Form aus Altbatterien zurückgewinnt. Die aktuelle Kapazität liegt bei rund 4.000 Tonnen Batterien pro Jahr.

Das Verfahren soll den Energieverbrauch gegenüber der Primärproduktion deutlich senken und gleichzeitig zur Rohstoffsicherung in Europa beitragen.

KI-System verbessert Brandschutz in Sortieranlagen

Die Auszeichnung für die zukunftsweisende Techniklösung ging an ein Gemeinschaftsprojekt der Korn Recycling GmbH und WeSort.AI.

Das System X.Sort erkennt Lithium-Ionen-Batterien in gemischten Stoffströmen und entfernt sie automatisiert aus dem Materialstrom. Ziel ist es, Brände in Recyclinganlagen zu verhindern. Lithium-Ionen-Batterien gelten als eine der wichtigsten Brandursachen in Sortier- und Aufbereitungsanlagen.

Die Technologie kombiniert Röntgentechnik mit künstlicher Intelligenz. Während der Materialstrom durchleuchtet wird, identifiziert die Software auch beschädigte oder verdeckte Batterien. Anschließend schleust ein Luftdüsensystem die Batterien gezielt aus.

Neben dem Sicherheitsaspekt ermöglicht das Verfahren die Rückführung der ausgeschleusten Batterien und elektronikhaltigen Komponenten in den Wertstoffkreislauf. Am Standort Albstadt separiert Korn Recycling nach Unternehmensangaben monatlich rund 1,5 Tonnen Batterien und Akkus.

Die Projektpartner sehen die enge Zusammenarbeit zwischen Anlagenbetrieb und Technologieentwicklung als wesentlichen Erfolgsfaktor für die industrielle Umsetzung.

Sonderpreis für inklusives Recycling

Den Sonderpreis inklusives Recycling erhielt die Eichhorn Transport- und Entsorgungs-GmbH. Das Unternehmen entwickelte tastbare 3D-Symbole zur Kennzeichnung von Abfallbehältern für blinde und sehbehinderte Menschen.

Die Lösung ersetzt farbbasierte Kennzeichnungen durch fühlbare Formen wie Kreis, Dreieck oder Quadrat. Dadurch soll eine eigenständige Mülltrennung erleichtert werden.

Die benötigten 3D-Daten stehen kostenfrei zur Verfügung und lassen sich mit handelsüblichen 3D-Druckern herstellen. Entwickelt wurde das Konzept gemeinsam mit dem Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund.

Quelle: bvse
Lesen, was die Branche bewegt
Newsletter
Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie einmal wöchentlich den RECYCLING magazin Newsletter.
Registrieren
Ich bin damit einverstanden, dass die DETAIL Architecture GmbH mir regelmäßig individualisierte spannende Neuigkeiten und Veranstaltungen per E-Mail zusendet. Die Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt entsprechend den Bestimmungen in der Datenschutzerklärung. Ich kann meine Einwilligung gegenüber der DETAIL Architecture GmbH jederzeit widerrufen.
close-link