Anzeige

Mehrwegsystem braucht klare Standards

Mehrwegverpackungen sind in Deutschland noch nicht flächendeckend für alle Produktgruppen verfügbar. Ein Forschungsvorhaben untersucht nun, welche Faktoren die Verbreitung hemmen und welche Maßnahmen Mehrwegsysteme stärken können.
Mehrwegsystem in Deutschland
Die Abbildung visualisiert die Systems Map und zeigt Herausforderungen sowie Erfolgsfaktoren für die Verbreitung von Mehrwegsystemen. Die entscheidenden Hebel für ein funktionierendes Mehrwegsystem liegen insbesondere bei den Abnahmemengen, den operativen Kosten und dem Angebot. Copyright: Wuppertal Institut/A. Riesenweber
Anzeige

Das Wuppertal Institut, die Leuphana Universität Lüneburg, der Mehrwegverband Deutschland und die Kühne Logistics University haben im Projekt MehrCE eine Systems Map entwickelt. Sie visualisiert zentrale Herausforderungen, Erfolgsfaktoren und Wechselwirkungen im deutschen Mehrwegsystem.

Grundlage für Entscheidungen

Die Systems Map zeigt, warum Einwegverpackungen weiterhin dominieren. Zugleich macht sie sichtbar, an welchen Stellen Politik, Wirtschaft und Verbraucher ansetzen können. Damit dient sie als Werkzeug, um Maßnahmen zur Förderung von Mehrwegverpackungen strukturiert zu bewerten.

Ein Beispiel ist die Kennzeichnung von Verpackungen. Ist klar erkennbar, dass es sich um Mehrweg handelt, können Verbraucher entsprechende Angebote leichter nutzen. Auch Unternehmen erhalten dadurch mehr Orientierung bei Gestaltung, Rücknahme und Kommunikation.

Vier Stellschrauben für Mehrweg

Die Forschenden nennen vier zentrale Ansatzpunkte. Erstens braucht Mehrweg eine ganzheitliche Betrachtung. Technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren wirken zusammen und müssen gemeinsam bewertet werden.

Zweitens können Standards den Zugang zu Mehrwegsystemen erleichtern. Einheitliche Größen, Materialien und Rückgabeprozesse senken den Aufwand. Auch Daten zu Standort, Hygienezustand und Leergutvorkommen können Prozesse verbessern. Ein Beispiel ist ein Joghurtglas, das in verschiedenen Supermärkten zurückgegeben werden kann.

Drittens müssen Verpackungen und Prozesse nutzerorientiert gestaltet sein. Ein Glas für Brotaufstrich sollte sich gut entleeren und reinigen lassen. Klare Informationen erleichtern Produzenten, Handel und Verbrauchern die Nutzung.

Viertens braucht es klare regulatorische Vorgaben. Dazu zählen verbindliche Ziele zur Abfallvermeidung und Regeln zur Reduzierung von Verpackungsabfällen. Standardisierungen können dazu beitragen, solche Ziele praktisch umzusetzen.

Quelle: Wuppertal Institut
Lesen, was die Branche bewegt
Newsletter
Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie einmal wöchentlich den RECYCLING magazin Newsletter.
Registrieren
Ich bin damit einverstanden, dass die DETAIL Architecture GmbH mir regelmäßig individualisierte spannende Neuigkeiten und Veranstaltungen per E-Mail zusendet. Die Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt entsprechend den Bestimmungen in der Datenschutzerklärung. Ich kann meine Einwilligung gegenüber der DETAIL Architecture GmbH jederzeit widerrufen.
close-link