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Europa gewinnt für Umwelttechnik an Bedeutung

Kurz vor der zeigen aktuelle Branchendaten der beteiligten Maschinenbau-Fachzweige eine Verschiebung der internationalen Nachfrage. Während Europa als Absatzmarkt für Umwelttechnik aus Deutschland an Bedeutung gewinnt, verlieren die USA und China in mehreren Segmenten an Dynamik.
Europa Umwelttechnik Maschinenbau
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Der europäische Binnenmarkt entwickelt sich damit zunehmend zum Stabilitätsfaktor für Hersteller aus den Bereichen Recycling, Lufttechnik, Verfahrenstechnik und industrielle Infrastruktur.

Recyclingtechnik mit positiver Entwicklung

Die deutsche Abfall- und Recyclingtechnik rechnet nach einer schwachen Phase wieder mit Wachstum. Laut aktueller Konjunkturumfrage des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) steigen Auftragseingänge und Umsatz 2026 erneut.

Für 2026 erwartet die Branche ein nominales Umsatzplus von 2,3 Prozent. Bereits 2025 hatte sich der Markt mit einem Zuwachs von 1,5 Prozent stabilisiert, nachdem 2024 noch ein Rückgang von 1,3 Prozent verzeichnet worden war.

Besonders positiv entwickelt sich der Auftragseingang. Nach einem Minus von 0,8 Prozent im Jahr 2024 stiegen die Bestellungen 2025 real um 2,2 Prozent. Für 2026 rechnen die Hersteller mit einem weiteren Plus von 4,5 Prozent.

Die Nachfrage verschiebt sich dabei deutlich in Richtung Europa. Rund 60 Prozent der Exporte entfallen 2026 voraussichtlich auf die Europäische Union. Gleichzeitig verlieren außereuropäische Märkte an Bedeutung. Der Anteil der Exporte in Nicht-EU-Staaten sinkt laut Umfrage auf 7,8 Prozent, Nordamerika kommt auf 9 Prozent. Der Mittlere Osten erreicht 4,2 Prozent, China lediglich 0,6 Prozent.

Treiber dieser Entwicklung sind Investitionen in die Kreislaufwirtschaft, strengere Umweltvorgaben und Förderprogramme innerhalb der Europäischen Union.

Lufttechnik profitiert vom Auslandsgeschäft

Die Allgemeine Lufttechnik entwickelte sich 2025 uneinheitlich. Der reale Auftragseingang lag insgesamt 5 Prozent unter Vorjahr. Während das Inlandsgeschäft um 14 Prozent zurückging, stabilisierte das Ausland mit einem Plus von 5 Prozent die Branche.

Zu Beginn des Jahres 2026 zog die Nachfrage wieder an. In den ersten beiden Monaten stieg der Auftragseingang um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Auslandsgeschäft legte dabei um 24 Prozent zu.

Der Außenhandel blieb ein wichtiger Stabilitätsfaktor. Die Exporte erreichten 2025 ein Volumen von 14,5 Milliarden Euro und lagen damit leicht über Vorjahresniveau. Die Ausfuhren in die USA gingen um 5 Prozent zurück, China verzeichnete ein Minus von 14 Prozent. Die Exporte innerhalb der Europäischen Union stiegen dagegen um 2 Prozent und machten mehr als die Hälfte der Gesamtausfuhren aus.

Auch die Importstruktur zeigt die enge europäische Verflechtung. Von insgesamt 11,6 Milliarden Euro Importvolumen entfielen 7,9 Milliarden Euro auf die EU-27.

Industriearmaturen starten schwach ins Jahr

Die Industriearmaturenbranche verzeichnete 2025 zunächst ein starkes Wachstum. Der Umsatz stieg nominal um 7 Prozent, preisbereinigt um 4 Prozent. Das Auslandsgeschäft entwickelte sich mit plus 9 Prozent dynamischer als der Inlandsmarkt.

Seit Jahresbeginn 2026 hat sich die Lage jedoch eingetrübt. In den Monaten Januar und Februar gingen die Umsätze insgesamt um 8 Prozent zurück. Preisbereinigt betrug das Minus 10 Prozent.

Während der Euroraum noch leicht zulegen konnte, sanken die Umsätze in Drittländern deutlich. Die USA sind inzwischen wichtigster Einzelmarkt vor China. Die Exporte in die Vereinigten Staaten sowie in die Europäische Union stiegen jeweils um 5 Prozent.

Die Branche sieht sich weiterhin mit hohen Energie- und Rohstoffkosten, Einschränkungen bei Vorprodukten und einer zurückhaltenden Investitionsbereitschaft konfrontiert. Der VDMA erwartet deshalb für 2026 einen leichten Umsatzrückgang.

Flüssigkeitspumpen mit stabilem Export

Der Export von Flüssigkeitspumpen ohne Hydropumpen stieg 2025 um 1,7 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. In den ersten beiden Monaten 2026 legten die Ausfuhren leicht um 0,5 Prozent zu.

Wichtigster Absatzmarkt blieb die EU-27 mit einem Anteil von 47 Prozent. Die größten Einzelmärkte waren die USA vor China und Frankreich.

Auch die Auftragseingänge entwickelten sich 2025 positiv und lagen real 2 Prozent über Vorjahr. Anfang 2026 zeigte sich jedoch ein Rückgang um 8 Prozent.

Trotzdem bewerten viele Hersteller die Geschäftslage in den Bereichen Wasser- und Abwassertechnik weiterhin positiv. Die Unternehmen rechnen hier auch künftig mit stabiler Nachfrage.

Kompressorenbranche meldet erste Erholung

Die Hersteller von Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik verzeichneten 2025 rückläufige Exporte. Das Ausfuhrvolumen sank um 5,3 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro.

Zum Jahresbeginn 2026 blieb die Exportentwicklung schwach. Gleichzeitig verbesserten sich jedoch die Auftragseingänge deutlich. Nach einem Rückgang von 16 Prozent im Jahr 2025 lag das Plus in den ersten beiden Monaten 2026 bei 15 Prozent.

Die wichtigsten Absatzmärkte bleiben die USA, China und Italien. Fast die Hälfte der Exporte entfällt auf die Europäische Union.

Verfahrenstechnik leidet unter Standortkosten

Die Verfahrenstechnik erreichte 2025 Exporte in Höhe von 6,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Wachstumsimpulse kamen vor allem aus Europa. Die Exporte in die USA gingen dagegen deutlich zurück. Besonders stark entwickelte sich das Geschäft mit europäischen Ländern außerhalb der EU-27.

Im Auftragseingang zeigt sich jedoch weiterhin Schwäche. Die Inlandsbestellungen gingen 2025 real um 11 Prozent zurück, die Auslandsaufträge sogar um 33 Prozent.

Zu Beginn des Jahres 2026 verbesserte sich die Entwicklung. Im Februar lagen die Inlandsorders real 7 Prozent über Vorjahr, die Auslandsbestellungen stiegen um 42 Prozent.

Belastend wirken weiterhin hohe Produktions- und Energiekosten. Viele Unternehmen sehen darin einen zentralen Wettbewerbsnachteil für den Standort Deutschland.

Wassertechnik mit schwächerem Jahresauftakt

Die Wasser- und Abwassertechnik als Teilbereich der Verfahrenstechnik steigerte ihre Exporte 2025 um 5,6 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro.

In den ersten beiden Monaten 2026 gingen die Ausfuhren jedoch um 5,3 Prozent zurück. Besonders schwach entwickelte sich der US-Markt mit einem Exportrückgang von 17,9 Prozent.

Quelle: VDMA
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