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PP-Kreislauf für Lebensmittelverpackungen

Die Jokey Group und Remondis bauen ihre gemeinsame Initiative für einen geschlossenen Materialkreislauf von Polypropylen-Verpackungen aus der Lebensmittelindustrie aus. Ziel des Projekts ist es, gebrauchte Kunststoffverpackungen aus dem gewerblichen Lebensmittelbereich gezielt zu sammeln, aufzubereiten und das daraus gewonnene Rezyklat erneut für Verpackungen mit Lebensmittelkontakt einzusetzen.
PP-Kreislauf für Lebensmittelverpackungen
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Im Fokus stehen gebrauchte Polypropylen-Eimer, wie sie unter anderem für Molkereiprodukte oder Saucen verwendet werden. Die Partner wollen damit eine zentrale Herausforderung der Kreislaufwirtschaft adressieren: den regulatorisch konformen Einsatz von Recyclingkunststoffen in kontaktsensitiven Anwendungen.

Pilotprojekt im Ruhrgebiet gestartet

Im Ruhrgebiet hat die gezielte Sammlung bereits begonnen. Mehrere Großküchen und Lebensmittelhersteller erfassen dort gebrauchte Polypropylen-Eimer separat. Die Rückführung der Verpackungen soll definierte und kontrollierte Stoffströme schaffen. Diese gelten als Voraussetzung für hochwertiges Recycling und den späteren Wiedereinsatz im Lebensmittelkontakt.

Die eingesetzten Eimer bestehen überwiegend aus Monomaterial-Polypropylen. Zudem lassen sie sich gut sortieren, restentleeren und stammen aus homogenen Anwendungen. Diese Eigenschaften erleichtern die Aufbereitung zu hochwertigen Rezyklaten.

Arbeitsteilung entlang der Wertschöpfungskette

Remondis übernimmt Sammlung, Sortierung und Aufbereitung der Kunststoffabfälle. Die Jokey Group verarbeitet das Rezyklat anschließend zu neuen Kunststoffverpackungen. Das Unternehmen verfügt nach eigenen Angaben über mehr als 35 Jahre Erfahrung im Einsatz von Recyclingkunststoffen in der Verpackungsproduktion.

Der Recyclingprozess wird von einer externen wissenschaftlichen Einrichtung begleitet. Zusätzlich prüfen unabhängige Labore den erzeugten Recyclingrohstoff. Parallel dazu stimmen sich die Projektpartner eng mit beteiligten Lebensmittelherstellern ab, um die Prozesse weiterzuentwickeln und für industrielle Maßstäbe auszulegen.

Perspektivisch planen Jokey und Remondis eine Branchenlösung für die Rücknahme und Verwertung von Polypropylen-Lebensmitteleimern. Weitere Unternehmen aus der Lebensmittel-, Verpackungs- und Recyclingindustrie sollen eingebunden werden.

Antrag als „Novel Technology“ eingereicht

Parallel zur technischen Entwicklung haben die Unternehmen regulatorische Schritte eingeleitet. Der eingesetzte Recyclingprozess wurde als „Novel Technology“ bei der Europäischen Kommission und den zuständigen nationalen Behörden eingereicht. Ziel ist die Anerkennung des Verfahrens für Materialien mit Lebensmittelkontakt innerhalb der Europäischen Union.

Langfristig soll lebensmitteltaugliches Rezyklat auch für Märkte außerhalb der Europäischen Union produziert werden.

Bedeutung für die PPWR

Das Projekt steht im Zusammenhang mit den Anforderungen der europäischen Verpackungsverordnung PPWR. Für kontaktsensitive Kunststoffverpackungen sieht die Verordnung ab 2030 einen Rezyklatanteil von mindestens zehn Prozent vor. Die Vorgaben sollen in den Folgejahren weiter steigen.

Nach Einschätzung der Projektpartner zeigt das Vorhaben, dass solche Anforderungen technisch umsetzbar sind, wenn Sammlung, Recycling, Qualitätssicherung und regulatorische Prozesse frühzeitig miteinander verknüpft werden.

Quelle: Jokey
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