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CO₂ als Rohstoff: Rohrdorfer testet CCU-Verfahren

Die Rohrdorfer Gruppe entwickelt ein Verfahren zur Nutzung von CO₂ als Rohstoff. Das sogenannte intensified Carbon Capture and Electrolysis (iCCE) kombiniert Abscheidung und Umwandlung in einem Prozessschritt.
CO₂ als Rohstoff
Die Pilotanlage, genannt „Carbolyzer“, wurde speziell für das iCCE-Verfahren konstruiert. Copyright: Rohrdorfer Unternehmensgruppe
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Ziel ist es, den Energiebedarf gegenüber getrennten Verfahren zu senken. Seit Juni 2025 testet das Unternehmen die Technologie in einer Pilotanlage.

Kombination von Abscheidung und Elektrolyse

Das Verfahren nutzt die Eigenschaften der Elektrolyse und die dabei entstehende Abwärme. Diese unterstützt die Desorption von CO₂ aus der Aminwäsche. In der Pilotanlage kommt eine eigens entwickelte Elektrolysezelle zum Einsatz, die mit etablierten Prozessschritten der Gasreinigung gekoppelt ist. Auf diese Weise verbindet Rohrdorfer zwei bislang getrennte Prozessketten.

Synthesegas als Zwischenprodukt

Im Prozess entsteht ein Synthesegas aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Dieses Gas gilt als Ausgangsstoff für verschiedene industrielle Anwendungen. In der Metallurgie kann es zur Reduktion von Eisen eingesetzt werden. Ebenso eignet es sich als Basis für chemische Produkte wie Methanol oder Ethylen. Die in Rohrdorf erzeugten Mengen dienen derzeit vor allem analytischen Zwecken.

Beitrag zur Dekarbonisierung der Zementindustrie

Die Nutzung von CO₂ wird als ein möglicher Baustein für eine treibhausgasärmere Zementproduktion gesehen. Wirtschaftlich ist das Verfahren derzeit jedoch eingeschränkt. Nach den Regeln des EU-Emissionshandels müssen Unternehmen auch dann Zertifikate erwerben, wenn sie abgeschiedenes CO₂ weiterverwenden. Parallel verfolgt Rohrdorfer weiterhin Maßnahmen zur Emissionsvermeidung. Dazu zählen klinkerarme Rezepturen und der Einsatz alternativer Brennstoffe. Auf diese Weise lassen sich erhebliche Anteile der Emissionen reduzieren. Ein verbleibender Anteil entsteht prozessbedingt beim Brennen des Klinkers.

Infrastruktur als Engpass

Das Unternehmen untersucht mehrere Abscheideverfahren parallel, um eine Grundlage für Investitionsentscheidungen im industriellen Maßstab zu schaffen. Als zentrale Herausforderung nennt Rohrdorfer den Ausbau der Infrastruktur. Dazu zählen Transportlösungen für CO₂ sowie eine verlässliche Versorgung mit erneuerbarem Strom. Beide Faktoren gelten als Voraussetzung, um die Klimaziele der Europäischen Union zu erreichen.

Quelle: Rohrdorfer
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