Polypropylen-Rezyklate gewinnen insbesondere für langlebige Anwendungen an Bedeutung, wodurch die verlässliche Bewertung ihrer Materialqualität zunehmend an Relevanz gewinnt. Ziel des Projekts ist die Entwicklung einer praxisnahen Prüfmethode zur Beurteilung der Spannungsrissbeständigkeit auf Basis des Strain-Hardening-Ansatzes.
Für den Einsatz von Rezyklaten ist eine quantitative Bewertung der mechanischen Eigenschaften erforderlich. Dabei spielen für Polyolefine typische Versagensmechanismen eine zentrale Rolle. Von besonderer Bedeutung ist die Spannungsrissbeständigkeit, die beschreibt, wie widerstandsfähig ein Material gegenüber langsamem Risswachstum unter mechanischer und chemischer Belastung ist. Für Polyethylen-Neuware in Rohranwendungen ist der Strain Hardening Test bereits als normiertes Prüfverfahren etabliert, für Polypropylen-Rezyklate fehlt bislang eine vergleichbare Methode.
Vor diesem Hintergrund initiiert das SKZ ein auf zwei Jahre angelegtes Forschungsprojekt zur Entwicklung eines einfach anwendbaren Prüfverfahrens für Polypropylen-Rezyklate. In einem ersten Schritt werden definierte Rezyklatqualitäten durch gezielte Mischungen von Materialien mit bekannten Eigenschaften nachgebildet. Untersucht wird dabei insbesondere der Zusammenhang zwischen Testergebnissen und den jeweiligen Mischungsanteilen sowie Materialkombinationen.
In einem weiteren Projektschritt erfolgt die Validierung der Prüfmethode an Post-Industrial- und Post-Consumer-Rezyklaten. Ergänzend wird analysiert, in welchem Umfang sich die Spannungsrissbeständigkeit von Polypropylen-Rezyklaten durch die gezielte Zugabe von Neuware beeinflussen lässt. Ziel ist es, belastbare Bewertungsgrundlagen für den sicheren Einsatz von Rezyklaten in langlebigen Anwendungen zu schaffen.







