Anzeige

Verbände fordern Vorrang für stoffliche Holznutzung

Der NABU und der VHI haben in Berlin ihre gemeinsame Forderung nach einer politischen Priorisierung der stofflichen Holznutzung bekräftigt. Holz solle nicht in großem Umfang energetisch verwertet, sondern vorrangig als Rohstoff genutzt werden.
Vorrang stoffliche Holznutzung
v.l.n.r. Dr. Jan Bergmann, Präsident des VHI und Jörg-Andreas Krüger, Präsident des NABU. Copyright: NABU, VHI
Anzeige

Um ihren Appell öffentlich zu unterstreichen, trafen sich Vertreter beider Organisationen zu einem Fototermin auf der Marschallbrücke in Berlin. Dort präsentierten sie vor der Kulisse des politischen Zentrums ihre gemeinsame Broschüre. Für den Naturschutzbund Deutschland nahm Präsident Jörg-Andreas Krüger teil, für den Verband der Holzwerkstoff- und Innentürenindustrie Präsident Jan Bergmann.

Kritik an steigender energetischer Nutzung

Hintergrund der gemeinsamen Initiative ist nach Angaben der Verbände die Entwicklung der Holznutzung in Deutschland. Derzeit werde rund die Hälfte des anfallenden Holzes unmittelbar verbrannt, obwohl es sich um einen begrenzt verfügbaren Rohstoff handelt. Zugleich sehen die Verbände die Gefahr, dass die Nachfrage nach Holz als Brennstoff weiter zunimmt.

Aus ihrer Sicht sind deshalb politische Leitplanken erforderlich, die eine Überlastung des Rohstoffs Holz verhindern. Insbesondere wenden sich die Verbände gegen einen unkontrollierten Ausbau von Holzenergieanlagen und Großkraftwerken, der zu Lasten der stofflichen Nutzung gehen könnte.

Kaskadennutzung als Leitbild

Im Mittelpunkt des Appells steht das Prinzip der Kaskadennutzung. Holz soll demnach möglichst lange und mehrfach stofflich genutzt werden, bevor es am Ende seines Lebenszyklus energetisch verwertet wird. Nach Auffassung der Verbände verbindet dieses Prinzip Aspekte des Klimaschutzes, der Ressourceneffizienz und der wirtschaftlichen Stabilität.

Sie verweisen zudem auf das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, das eine effizientere Nutzung von Biomasse vorsieht. Aus Sicht der Unterzeichner kommt es nun darauf an, diese Vorgaben politisch zu konkretisieren und bestehende Nutzungskonflikte zu lösen.

Warnung vor Engpässen

Nach Einschätzung der Verbände könnte ein verstärkter Einsatz von Holz in Heizkraftwerken und Wärmenetzen die Verfügbarkeit des Rohstoffs für die stoffliche Nutzung einschränken. Dies hätte Auswirkungen auf industrielle Wertschöpfung und Versorgungssicherheit. Der gemeinsame Appell richtet sich deshalb an die Bundesregierung und an die Europäische Union. Ziel sei es, den Rohstoff Holz effizient zu nutzen, die Wälder zu entlasten und die klimapolitischen Ziele mit klaren politischen Vorgaben abzusichern.

Quelle: VHI
Lesen, was die Branche bewegt
Newsletter
Bleiben Sie auf dem Laufenden und erhalten Sie einmal wöchentlich den RECYCLING magazin Newsletter.
Registrieren
Ich bin damit einverstanden, dass die DETAIL Architecture GmbH mir regelmäßig individualisierte spannende Neuigkeiten und Veranstaltungen per E-Mail zusendet. Die Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt entsprechend den Bestimmungen in der Datenschutzerklärung. Ich kann meine Einwilligung gegenüber der DETAIL Architecture GmbH jederzeit widerrufen.
close-link