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Graue Biotechnologie in der Kreislaufwirtschaft

Die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen aus dem Branchendialog „Zirkuläre Bioökonomie“ liegen vor. Der vom Umweltministerium geförderte Dialog zeigt auf, wie sich Biotechnologie und Kreislaufwirtschaft systematisch miteinander verknüpfen lassen, um Klimaschutz, Ressourceneffizienz sowie die Transformation industrieller Prozesse voranzubringen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der grauen Biotechnologie als Anwendungsfeld für Umwelt- und Ressourcenschutz.
Graue Biotechnologie in der Kreislaufwirtschaft
Copyright: erstellt mit ChatGPT
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Zunehmende Belastungen durch Mikroschadstoffe wie PFAS, Antibiotikarückstände oder Mikroplastik stellen die Abfallwirtschaft und Abwasserreinigung vor wachsende Herausforderungen. Graue Biotechnologie, auch als Umweltbiotechnologie bezeichnet, bietet hierfür technische Ansätze, etwa durch den gezielten Einsatz von Mikroorganismen, Enzymen oder Pflanzen zum Abbau von Schadstoffen in Böden, Gewässern und der Luft. Damit leistet sie einen Beitrag zur nachhaltigen Abfallwirtschaft, zur weitergehenden Abwasserreinigung und zur Reduktion gesundheitlicher Belastungen.

Der Branchendialog wurde von Mai bis November 2025 von Vertreterinnen und Vertretern aus Industrie und Wissenschaft unter Moderation der VDI Technologiezentrum GmbH durchgeführt. Das erarbeitete Ergebnispapier befasst sich mit der zirkulären Bioökonomie und ordnet sowohl die graue als auch die weiße Biotechnologie ein. Während die weiße Biotechnologie auf eine ressourcenschonendere Herstellung von Chemikalien, Biokunststoffen, Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmittelzusätzen abzielt, bilden dieselben biologischen Systeme die Grundlage für biotechnologische Verfahren in der Abfallbehandlung, der Bodensanierung und der Abwasserreinigung. Werden biologische Prozesse gezielt für Umwelt- und Sanierungsaufgaben genutzt, spricht man von grauer Biotechnologie.

Das Ergebnispapier hebt die Bedeutung der Reduktion von Umweltgiften für den Schutz der Bevölkerung hervor und formuliert Handlungsempfehlungen für die nächsten Schritte. Dazu zählt insbesondere der verstärkte Einsatz von Abfall- und Reststoffen als Ersatz für fossile Rohstoffe in Kombination mit konsequentem Recycling, um Ressourcen zu schonen und Treibhausgasemissionen zu senken.

Empfohlen wird zudem der Aufbau von Wertschöpfungsnetzwerken, da eine erfolgreiche Bioökonomie auf branchenübergreifende Zusammenarbeit angewiesen ist. Für die graue Biotechnologie wird der Einbindung von Kommunen eine zentrale Rolle zugeschrieben, um Innovationsprozesse in der Kreislauf- und Wasserwirtschaft anzustoßen. Bestehende Umwelttechniknetzwerke können hierbei unterstützend wirken.

Die Umsetzung der Empfehlungen im Bereich der grauen Biotechnologie beginnt am 6. Februar 2026 mit einer Kick-off-Veranstaltung an der Hochschule Kaiserslautern. Die Veranstaltung mit dem Titel „Zirkuläre Bioökonomie – Innovationsfelder für die Kreislauf- und Wasserwirtschaft“ wird in Kooperation mit dem Umwelttechniknetzwerk Ecoliance Rheinland-Pfalz und der Zukunftsregion Westpfalz durchgeführt und markiert den Start der praktischen Umsetzung des Ergebnispapiers.

Quelle: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz
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