MGG: „Ein Feuerwehrauto am Hallendach“

Im Werk von MGG Metrec in Amstetten testete die Müller-Guttenbrunn Gruppe diese Woche erfolgreich einen neuen Löschroboter. Dieser soll vor allem die Brandgefahr, die von Lithium-Ionen-Akkus in alten Elektronikgeräten ausgeht, bannen.
Test der neuen Brandschutzanlage bei MGG Metrec. Bild: MGG

Dass Handys und andere elektrische Geräte plötzlich zu brennen beginnen, hört und liest man immer wieder. Grund dafür sind vielfach die verbauten Lithium-Ionen-Akkus, die bei mechanischer Beschädigung rasch zu brennen beginnen. Aus diesem Grund sind derartige Akkus eine Gefahrenquelle, die im Recycling-Prozess von alten Elektronikgeräten unbedingt beachtet werden muss.

Akkus und Batterien werden daher üblicherweise bereits bei der Sammlung dieser Geräte auf den Sammelplätzen entfernt. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann es versehentlich passieren, dass ein solcher Akku übersehen und zur potenziellen Brandursache im Recycling-Material wird. Dessen ist man sich auch in der Müller-Guttenbrunn Gruppe (MGG), die jährlich tausende Tonnen an Elektro- und Elektronik-Schrott verarbeitet, bewusst. Bereits 2014 installierte man deshalb in der Schredder-Halle für Elektronik-Schrott im Werk von MGG Metrec (vormals Metall-Recycling Mü-Gu) in Amstetten eine Brandmeldeanlage.

Der Löschroboter. Bild: MGG

Automatische Brandbekämpfung
Eine automatische Löschanlage ergänzt nun dieses System. „Jetzt haben wir ein Feuerwehrauto, das am Hallendach hängt“, schmunzelt MGG Metrec-Geschäftsführer Michael Grimm. „Das neue System erkennt selbständig, wenn in der Halle ein Feuer ausbrechen sollte und bekämpft es sofort mit einem Wasser-Schaum-Gemisch.“ Dadurch kann bereits in den ersten rund zehn Minuten, bis die Feuerwehr nach dem Brandalarm mit dem ersten Löschfahrzeug eintrifft, das Feuer eingedämmt oder sogar vollständig gelöscht werden.

Armin Blutsch, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Amstetten und Mitarbeiter in der Müller- Guttenbrunn Gruppe, überwachte mit Feuerwehr-Kollegen den erfolgreichen Test des Löschroboters. Er erklärt die Gefahr, die von den Lithium-Ionen-Akkus ausgeht: „Die Energiedichte ist sehr hoch in den kleinen Akkus, die mittlerweile in vielen Geräten – vom Handy bis zum E-Bike – zu finden sind. Wenn sich so eine Energiequelle trotz aller Vorsichtsmaßnahmen in das Recycling-Material verirrt, kann es rasch dazu kommen, dass ein solcher Akku durch den Einsatz großer Maschinen zerstört wird, es zum Kurzschluss und zur Überhitzung kommt.“

Wichtige Investition
Damit aus einem überhitzten Akku kein Großbrand entsteht, verfügt die installierte Löschanlage über ein Wasserreservoir für einen halbstündigen Betrieb. Da in der Schredder-Halle im Winter bei eisigen Temperaturen das Wasser gefrieren würde, wird das Becken beheizt, um auch bei Minusgraden stets einsatzbereit zu sein. Insgesamt investierte Müller-Guttenbrunn 175.000,- Euro in das neue System. Michael Grimm freut sich, dass beim erfolgreichen Test die brennenden Elektro-Altgeräte binnen Sekunden gelöscht wurden: „Es hat wirklich super funktioniert. Jetzt schlafen wir bestimmt alle etwas ruhiger.“

Das Video zur Löschübung

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