Wiener Neustadt setzt auf erneuerbare Energie

In der Wiener Neustadt sollen künftig 7.500 Tonnen organische Reststoffe aus der kommunalen Biotonne in einer neuen Trockenfermenteranlage genutzt werden.
v.l.: Mag. Peter Eckhart (Geschäftsführer wnsks GmbH), NR Hans Rädler, Stadtrat Horst Karas, Stadtrat DI Franz Dinhobl, Bürgermeister Mag. Klaus Schneeberger, DI Klaus Pöttinger (Eigentümer PÖTTINGER One World Gruppe), DI Franz Berger (Geschäftsführer wnsks GmbH), Stadtrat Philipp Gerstenmater

Die Anlage wird vom Grieskirchener Umwelttechnik-Unternehmen Pöttinger Fermente errichtet und voraussichtlich Ende 2019 betriebsbereit sein. In 15 Fermentercontainern soll dann der kommunale Biomüll mit dem 3-A Verfahren zu hochwertigem Rohkompost umgewandelt werden, der dem Boden als Humusdünger wieder zugeführt werden kann.

Während des dreiwöchigen Fermentationsprozess entstehen zusätzlich zum Rohkompost auch Biogas, Strom und Wärme. Diese werden vorwiegend für den Eigenverbrauch verwendet, überschüssige Energie wird in das Netz des Energieversorgers eingespeist. So soll Wiener Neustadt mit der neuen Fermenteranlage künftig nicht nur klimaneutral Energie gewinnen, sondern jährlich auch rund 700t CO2 einsparenkönnen.

Den Spatenstich am 22. Februar 2019 feierten zahlreiche aus Wirtschaft und Politik auf dem Areal der bereits bestehenden Abfallbehandlungsanlage. Bürgermeister Klaus Schneeberger und Stadtrat Franz Dinhobl betonten, dass der Bau der Anlage „gleich zwei wichtige Schritte vorwärts“ bedeuten. Denn einerseits würde Müll noch besser verwertet als bislang, andererseits grüner Strom und ökologisch einwandfreie Wärme gewonnen. Auch Klaus Pöttinger, Eigentümer der PÖTTINGER One World Gruppe, unterstrich die Bedeutung des Neubaus: „Mit der neuen Trockenfermenteranlage setzt Wiener Neustadt ein klares Zeichen für den Klimaschutz. Wir freuen uns, dass der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen und organischen Reststoffen hier so einen hohen Stellenwert einnimmt. Ein Vorreiterprojekt, das Schule machen sollte.“

Das 3-A Verfahren
Die Biogasproduktion nach dem 3A-Verfahren im Pöttinger Fermenter basiert auf einer diskontinuierlichen Trockenvergärung von biogenen Reststoffen unter Sauerstoffabschluss. Dabei wird CO2-neutral Methan produziert. Dieses kann wiederum in Ökostrom und Wärme umgewandelt oder zu Biogas in Erdgasqualität aufbereitet werden bzw. als Treibstoff (LNG) für Nutzfahrzeuge dienen. Fossile Energieträger können somit eingespart werden.

Das Verfahren beschleunigt zudem auch die Kompostierung. Anstelle der Hauptrotte werden die organischen Abfälle in die Fermenterboxen gefüllt. Anschließend wird in einem dreistufigen Verfahren Biogas erzeugt.

  • Die 1. Phase ist aerob, dazu wird das Material im Fermenter belüftet.
  • In der 2. Phase wird die Belüftung gestoppt und der anaerobe Prozess beginnt. Unterstützend wird ein Perkolat auf das Material gesprüht und die Fermenterbox temperiert. Die Biogaserzeugung beginnt und dauert zwischen 3 – 4 Wochen.
  • Wenn das Material ausgegoren ist, wird in der 3. Phase die Fermenterbox wieder belüftet und der anaerobe Prozess gestopptDas verbleibende Material wird in einer Nachrotte zu Kompost weiterverarbeitet und als Humusdünger verwertet. Im Unterschied zur reinen Entsorgung und Verbrennung von organischen Reststoffen schließt sich bei der Verwertung mit dem 3-A Verfahren der natürliche Stoffkreislauf auf eine ökologische und ökonomische Art.

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