Nürnberg: Gute Aussichten für RC-Beton im öffentlichen Straßenbau

Die positiven Erfahrungen aus einem Pilotprojekt des Servicebetriebs Öffentlicher Raum Nürnberg (SÖR) könnten für den künftigen Einsatz von Recyclingbaustoffen im Straßenbau den Durchbruch bedeuten.
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Markus Vogelbacher, Pixelio.de

Zukünftig soll der in Nürnberg bislang unberücksichtigte Sekundärrohstoff Eingang in die öffentlichen Ausschreibungsunterlagen für investive Straßenbauprojekte finden, wie der Technische Werkleiter des SÖR, Marco Daume, erklärte.

Die Stadt Nürnberg hat in der Vergangenheit keinen Recyclingbaustoff eingesetzt und in Ausschreibungen wurde dieser auch explizit ausgeschlossen. Nach jahrelang vorangegangenen Aufklärungskampagnen für die Akzeptanz von Recyclingbaustoffen bei öffentlichen Vergaben durch ortsansässige Recyclingunternehmen und dem Baustoff Recycling Verband Bayern, entschied sich der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg Anfang 2015 zu einem Pilotprojekt, heißt es vonseiten des bvse.

In gemeinsamer Abstimmung zwischen Stadt und ausführender Firma wurden unterschiedliche Probefelder im Nürnberger Hafengebiet für die Eignung des Einsatzes von Recyclingmaterial im Bereich der Frostschutzschicht im Straßenbau untersucht. Besonderes Augenmerk lag unter anderem auf der Ermittlung geeigneter Verdichtungsverfahren, die sich für die Einhaltung der Vorgaben zur Tragfähigkeit, je nach eingesetztem Material, als ausschlaggebend herausstellten.

Im Ergebnis des Pilotprojekts, so berichtete Daume, entspreche RC-Beton unter Berücksichtigung des geeigneten Verdichtungsverfahrens sowohl in qualitativer Hinsicht als auch in Bezug auf Belastungsfähigkeit, Handling und Einbaugeschwindigkeit im Wesentlichen dem Einbau mit natürlichen Baustoffen. Das Recyclingbaumaterial erfülle damit wichtige Voraussetzungen dafür, neben den natürlichen Baustoffen zukünftig im Nürnberger Straßenbau berücksichtigt zu werden.

Auch nach zwei zurückliegenden Wintern und trotz stetiger Schwerverkehrsbelastung im Nürnberger Hafengebiet, konnten bislang keine Fahrbahnschäden auf den Einsatz von Recyclingbaustoffen zurückgeführt werden, bilanzierte der Technische Werksleiter des SÖR, Marco Daume, zufrieden.

Positiv hob der Servicebetrieb Öffentlicher Raum Nürnberg zudem die korrekte Auftragsausführung durch das in das Projekt eingebundene ansässige Recyclingunternehmen, insbesondere auch im Hinblick auf Nachweis- und Dokumentationspflichten, hervor.

Als Ergebnis dieses positiv verlaufenden Pilotprojektes ist für den SÖR Nürnberg der Einsatz von RC-Baustoffen als Standardbauweise – neben den natürlichen Baustoffen – im Straßenbau gut vorstellbar. „Wir bleiben am Ball und haben daher für unsere Mitarbeiter/Innen aktuell einen eigenen Handlungsleitfaden zur sicheren Prüfungsanwendung erarbeitet“, so Daume. Liegen danach die Voraussetzungen zum Einsatz von Recyclingbaustoffen vor, ist das öffentlich-rechtliche Unternehmen zukünftig gewillt, den Sekundärrohstoff bei kostenintensiven Straßenbauprojekten in neutralen Ausschreibungsvorgaben zu berücksichtigen und bei entsprechend wirtschaftlichem Angebot auch zu beauftragen.

„Wir in Nürnberg werden unseren Beitrag dazu leisten, dass der Anteil an Recyclingbaustoffen weiter steigt. Nur so lassen sich die knappen und wertvollen natürlichen Ressourcen schonen“, erklärte der Technische Werkleiter Marco Daume das Engagement des SÖR, um so die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand im Sinne natürlicher Ressourcenschonung zu erfüllen.

Noch mehr Akzeptanz und Handlungssicherheit würde zudem geschaffen, wenn die Mantelverordnung endlich verabschiedet würde, zeigt sich Daume überzeugt. Die Mantelverordnung regelt unter anderem die rechtmäßige Anwendung von RC-Baustoffen unter Berücksichtigung des Wasser-, Boden- und Umweltschutzes sowie des Abfallrechtes. „Ich wünsche mir, dass der Anteil der gut verwertbaren Recyclingbaustoffe in den nächsten Jahren stetig steigt und somit ein nachhaltiger Verwertungskreislauf entsteht. Dies sind wir unseren Kindern und nachfolgenden Generationen schuldig“, betonte Daume abschließend.

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