Rückgang der Recyclingquote befürchtet

Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, warnte vor der Mantelverordnung.

Da eine regionale Verwertung von Böden aufgrund fehlender Bodenbörsen und eines fehlenden Bodenmanagements öffentlicher Auftraggeber in der Regel nicht möglich sei, würden die Böden sogleich nach der Deponieverordnung beprobt und zur nächstgelegenen Deponie transportiert. Diese Praxis werde sich mit Inkrafttreten der Mantelverordnung und durch die noch höheren Anforderungen an die Verwertung von Bodenmaterial weiter verschärfen, heißt es weiter.

Des Weiteren kritisierte Pakleppa einen „Mülltourismus, der ökologisch nicht zu verantworten und natürlich nicht nachhaltig ist“. Als Beispiel führte er Verbandsangaben zufolge den Bodenaushub bei den Baumaßnahmen um Stuttgart 21 an, der über Hunderte von Kilometern auf weit entfernte Deponien nach Mecklenburg-Vorpommern und nach Nordfrankreich transportiert werde.

Pakleppa warnte, so der Verband, vor einem weiteren Anstieg der Baukosten aufgrund hoher Deponiepreise: „Nach unserer Einschätzung wird es zu einer zusätzlichen Deponierung von ca. 70 Millionen Tonnen mineralischer Bau- und Abbruchabfälle einschließlich Böden kommen, sofern die Mantelverordnung in der vorgelegten Entwurfsfassung in Kraft tritt. Da sich der Deponieraum weiter verknappen wird und die Deponiepreise schon jetzt anziehen, entstehen Mehrkosten von über einer Milliarde Euro jährlich, die  öffentliche wie private Bauherren tragen müssen.“

Das deutsche Baugewerbe fordert daher gemeinsam mit Bauindustrie und Baustoffindustrie einen Neustart in Form einer durchgängigen und ausgewogenen Bauabfallverwertungsverordnung, heißt es abschließend.

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