In einem gemeinsamen offenen Brief an Exekutivvizepräsident Stéphane Séjourné und Kommissar Maroš Šefčovič hat eine Koalition europäischer Recyclingverbände und -unternehmen – darunter der bvse und die BDSV – die Europäische Kommission aufgefordert, mögliche Exportbeschränkungen für Aluminium-Schrott zu überdenken. Der Brief vom 28. Mai 2026 wurde von Recycling Europe koordiniert und von Dutzenden Unternehmen und nationalen Verbänden aus der gesamten EU unterzeichnet.
Die Unterzeichner bestreiten die Kernbegründung für die geplanten Maßnahmen – nämlich die Behauptung, Europa leide unter einem strukturellen Mangel an Aluminium-Schrott. Nach Angaben im Brief versorgt die europäische Recyclingbranche den Markt bereits mit hochwertigen Sekundärmaterialien, die die Inlandsnachfrage häufig übersteigen und positiv zur EU-Handelsbilanz beitragen. Die Recycler erkennen gemeinsame Herausforderungen mit Primärproduzenten an – etwa steigende Betriebskosten und zunehmenden globalen Wettbewerb – betonen jedoch, dass Maßnahmen zur Stärkung eines Teils der Wertschöpfungskette nicht auf Kosten eines anderen gehen dürften.
Die Koalition warnt, dass Exportbeschränkungen ohne ausreichende Marktbelege und echte Einbindung aller Stakeholder zu reduzierten Betriebskapazitäten, aufgeschobenen Investitionen und großen Mengen unkollektierter Recyclingmaterialien führen würden. Dies, so der Brief, stehe im direkten Widerspruch zu den Kreislaufwirtschaftszielen der EU und gefährde Arbeitsplätze.
Die Unterzeichner mahnen zudem, dass die Logik hinter Exportbeschränkungen für Aluminium-Schrott auch auf Aluminiumbarren und Walzblöcke ausgeweitet werden könnte, und verweisen auf jüngste Lieferunterbrechungen im Golfraum als Beispiel für die Komplexität der globalen Marktdynamik. Sie fordern die Kommission auf, gemeinsam mit der Recyclingbranche wirklich ausgewogene Handelsmaßnahmen zu entwickeln, und bekunden ihre Bereitschaft zu einem konstruktiven Dialog.







