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bvse analysiert Schrottmarkt 2025

Der bvse hat seinen Jahresrückblick zum Stahlschrottmarkt 2025 veröffentlicht. Der Verband fordert eine faktenbasierte Betrachtung der Marktentwicklung und warnt vor verkürzten Darstellungen einzelner Daten, die politische Forderungen stützen sollen.
bvse analysiert Schrottmarkt 2025
Copyright: bvse
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Rückgang der Stahlproduktion belastet Schrottmarkt

Die rückläufige Stahlproduktion hat den europäischen Schrottmarkt deutlich beeinflusst. In der Europäischen Union sank die Rohstahlproduktion 2025 um 2,7 Prozent, in Deutschland um 8,6 Prozent. Entsprechend verringerte sich der Schrottverbrauch europaweit um rund 300.000 Tonnen. In Deutschland lag der Rückgang bei mehr als 860.000 Tonnen.

Während sich der europäische Markt vergleichsweise moderat entwickelte, reagierte der deutsche Schrottmarkt deutlich stärker. Nach Angaben des bvse gingen die Schrottimporte nach Deutschland infolge der niedrigeren Stahlproduktion um rund 410.000 Tonnen zurück. Gleichzeitig stiegen die Exportmengen um etwa 385.000 Tonnen, da überschüssige Mengen in internationale Märkte abgegeben wurden.

Johannes Hanke, Referent des bvse-Fachverbands Schrott, E-Schrott und Kfz-Recycling, bewertet diese Entwicklung als nachvollziehbare Marktreaktion auf die gesunkene Nachfrage der Stahlindustrie.

Exportmärkte stabilisieren Stoffströme

Nach Einschätzung des Verbandes übernehmen Exportmärkte derzeit eine wichtige Funktion für die Aufrechterhaltung der Kreislaufwirtschaft. Aufgrund sinkender inländischer Abnahmemengen seien Schrotthändler zunehmend auf internationale Absatzmöglichkeiten angewiesen.

Gleichzeitig sieht die Branche wachsende Belastungen durch regulatorische Anforderungen. Der bvse verweist unter anderem auf zusätzliche Vorgaben im Zusammenhang mit der geplanten europäischen Altfahrzeugverordnung sowie auf höheren administrativen Aufwand beim elektronischen grenzüberschreitenden Abfalltransport.

Wirtschaftlicher Druck auf Schrottbetriebe wächst

Der Verband warnt davor, dass die Schrottwirtschaft dauerhaft unter sinkenden Mengen leiden könnte. Viele Betriebe seien auf deutlich höhere Materialströme ausgelegt, als sie derzeit von deutschen Stahlwerken nachgefragt würden.

Hinzu kommen steigende Kosten, insbesondere im Transportbereich. Laut bvse verschärfen die geringere Auslastung der metallverarbeitenden Industrie und die Abwanderung von Industrieunternehmen den wirtschaftlichen Druck auf die Branche zusätzlich. Der Verband berichtet von einer zunehmenden Zahl finanzieller Schwierigkeiten, Insolvenzen und Unternehmensübernahmen im Schrotthandel.

Kritik an protektionistischen Forderungen

Der bvse kritisiert zudem Forderungen nach protektionistischen Maßnahmen im Handel mit Stahl-, Aluminium- und Kupferschrotten. In der öffentlichen Diskussion seien Zusammenhänge teilweise verkürzt oder falsch dargestellt worden, um Eingriffe in den internationalen Markt zu begründen.

Der Verband betont daher die Bedeutung belastbarer Datenanalysen für politische Entscheidungen und die Weiterentwicklung der Kreislaufwirtschaft. Der „bvse Schrottmarkt Jahresrückblick 2025“ solle dazu beitragen, Entwicklungen transparent darzustellen und Marktzusammenhänge sachlich einzuordnen.

Zum Schrottmarkt-Jahresrückblick

Quelle: bvse
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