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Car2Car stärkt Kunststoffrecycling im Fahrzeugbau

Jährlich fallen in der Europäischen Union mehrere Millionen Altfahrzeuge an. Dabei gehen bislang erhebliche Mengen Kunststoff verloren. Eine Studie der Technischen Universität München zeigt nun, wie ein im Projekt Car2Car entwickelter Sortierprozess Kunststoffe aus Altfahrzeugen besser zurückführen kann.
Car2Car stärkt Kunststoffrecycling im Fahrzeugbau
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EU plant Rezyklatquoten für Neuwagen

Die geplante EU-Altfahrzeugverordnung soll die Rückgewinnung von Rohstoffen aus Fahrzeugen stärken. Für Kunststoffe sieht der Vorschlag vor, den Anteil von Post-Consumer-Rezyklat in Neuwagen schrittweise auf 25 Prozent zu erhöhen. Ein Teil davon soll aus Closed-Loop-Recycling stammen, also aus Altfahrzeugen.

Nach dem aktuellen Vorschlag müsste dieser Anteil mindestens 20 Prozent der geforderten Rezyklatmenge betragen. Bezogen auf den gesamten Kunststoffanteil im Fahrzeug entspräche das einer Automotive-Closed-Loop-Quote von 3 Prozent im Jahr 2035.

Sortierung von Ersatzbrennstoffen untersucht

Wenn ein Fahrzeug außer Betrieb geht, entfernen Verwerter zunächst Batterien, Räder, Katalysatoren und Airbags. Außerdem lassen sie Betriebsflüssigkeiten ab. Der verbleibende Fahrzeugkörper wird geschreddert. Dabei entsteht ein Gemisch aus Metallen, Textilien, Kunststoffen, Schaumstoffen und Verbundmaterialien.

Forschende um Magnus Fröhling, Professor für Circular Economy and Sustainability Assessment am TUM Campus Straubing, untersuchten, wie Kunststoffe aus diesem Materialstrom besser zurückgewonnen werden können. Grundlage waren Ergebnisse aus dem Konsortium Car2Car. Eine Expertengruppe hatte sich dort mit Ersatzbrennstoffen aus der Fahrzeugverwertung befasst. Diese bestehen unter anderem aus zerkleinerten Kunststoffen, Textilien und Gummiresten.

Heute gelangen diese Reststoffe häufig in die industrielle Verbrennung. Das verursacht Treibhausgasemissionen und entzieht Kunststoffe dem Kreislauf.

Verfahren im Industriemaßstab getestet

Das Forschungsteam entwickelte einen Sortierprozess, bei dem die Reststoffe zerkleinert, gesiebt und mit Sensoren im mittleren Infrarotbereich getrennt werden. Das Verfahren wurde an mehr als 400 Altfahrzeugen verschiedener Antriebsarten getestet.

Die Versuche zeigten, dass sich daraus potenziell wieder einsetzbare Kunststoffrezyklate gewinnen lassen. Dafür sind jedoch weitere Aufbereitungsschritte erforderlich.

Potenzial für Klimaschutz und EU-Ziele

Auf Basis der Versuchsdaten erstellte das Team ein Stoffstrommodell. Es untersuchte, wie Demontageumfang, Fahrzeugzusammensetzung und Sortierverfahren die geplanten EU-Quoten beeinflussen.

In einzelnen Szenarien erreichte der verbesserte Sortierprozess bereits die für 2035 diskutierte Automotive-Closed-Loop-Quote von 3 Prozent. Zudem könnten die Treibhausgasemissionen, die sonst bei der Verbrennung der Reststoffe entstehen, um 29 Prozent sinken.

Die Forschenden weisen zugleich auf Einschränkungen hin. Die untersuchten Fahrzeuge stammten von einem Hersteller und hatten ein ähnliches Alter. Für belastbare Aussagen zur gesamten Fahrzeugflotte braucht es daher weitere Untersuchungen.

Recycling beginnt vor der Verwertung

Die Ergebnisse zeigen, dass Kunststoffrecycling aus Altfahrzeugen technisch möglich ist und zur Erfüllung künftiger Vorgaben beitragen kann. Gleichzeitig reicht die Sortierung am Ende der Nutzungsphase nicht aus. Fahrzeughersteller müssen Recyclingfähigkeit bereits bei Konstruktion, Materialwahl und Bauteildesign stärker berücksichtigen.

Quelle: TU München
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