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Windschutzscheiben werden wieder Flachglas

Reiling Glas Recycling und AGC Glass Europe haben erstmals Autowindschutzscheiben aus Produktionsabfällen industriell in einen geschlossenen Flachglas-Kreislauf zurückgeführt. AGC setzt die aufbereiteten Glasscherben wieder in der Herstellung von Autoglas ein. Der Rezyklatanteil liegt nach Unternehmensangaben bei mehr als 56 Prozent.
Windschutzscheiben werden wieder Flachglas
Copyright: AGC
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Kreislauf für Autoglas

Reiling arbeitet seit Jahren mit AGC Glass Europe zusammen. Bisher lag der Schwerpunkt auf der Aufbereitung von Flachglas aus dem Architekturbereich. Nun übertragen die Unternehmen das Verfahren auf die Automobilindustrie.

AGC stellt Reiling Autowindschutzscheiben aus dem eigenen Sammelsystem bereit. Reiling verarbeitet das Material in Glasrecyclinganlagen in Deutschland. Anschließend nutzt AGC die gewonnenen Glasscherben für die Produktion neuen Autoglases. So entsteht ein industrieller Flachglas-zu-Flachglas-Kreislauf für Windschutzscheiben.

Der Ansatz soll künftig auch größere Mengen aus dem Ersatzteilmarkt und aus Altfahrzeugen erfassen. Diese Stoffströme fallen europaweit in relevanten Mengen an.

Hohe Anforderungen an die Aufbereitung

Verbundautoglas stellt hohe Anforderungen an das Recycling. Windschutzscheiben enthalten neben Glas auch Polyvinylbutyral-Zwischenlagen, Kunststoffbeschichtungen, Metallleitungen und elektronische Bauteile. Diese Bestandteile müssen vor dem Wiedereinsatz im Floatglasofen zuverlässig entfernt werden.

Reiling bereitet das Material so auf, dass hochreine Glasscherben entstehen. Diese erfüllen nach Angaben der Unternehmen die Anforderungen der Floatglasherstellung für die Automobilindustrie. AGC hat das Verfahren gemeinsam mit seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung für den Einsatz recycelter Windschutzscheiben im Floatglasofen erprobt.

Die daraus hergestellten Windschutzscheiben sollen dieselben Anforderungen an Qualität, Sicherheit und Leistung erfüllen wie Produkte aus Primärrohstoffen.

Beitrag zur Ressourcenschonung

Nach Angaben der Unternehmen lassen sich durch den Einsatz von Altglas bis zu 0,7 Tonnen Kohlendioxid pro Tonne eingesetztem Altglas einsparen. Zudem ersetzt eine Tonne Altglas rund 1,2 Tonnen Primärrohstoffe.

Reiling verarbeitet neben Glas auch weitere Materialfraktionen wie Kunststoffe und Metalle. Damit sollen die Bestandteile der Windschutzscheiben möglichst vollständig verwertet werden.

AGC will ab 2026 zusätzlich mehr als 300.000 Windschutzscheiben aus Produktionsabfällen sammeln und aufbereiten. Reiling und AGC planen außerdem, die Sammel- und Aufbereitungskapazitäten weiter auszubauen. In einem nächsten Schritt sollen gebrauchte Windschutzscheiben systematisch in den Recyclingkreislauf integriert werden.

Quelle: Reiling
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