Für das laufende Jahr erwartet die Branche ein nominales Umsatzwachstum von 2,3 Prozent. Im Jahr 2024 hatte der Umsatz noch um 1,3 Prozent nachgegeben. 2025 folgte mit einem Plus von 1,5 Prozent eine erste Erholung. Auch der Auftragseingang entwickelt sich positiv. Nach einem realen Rückgang um 0,8 Prozent im Jahr 2024 stieg er 2025 um 2,2 Prozent. Für 2026 erwarten die Unternehmen ein Plus von 4,5 Prozent.
Europäische Märkte gewinnen an Gewicht
Das Auslandsgeschäft bleibt für die Abfall- und Recyclingtechnik zentral. Die Exportquote soll 2026 bei 70 Prozent liegen. Im Vorjahr betrug sie 65 Prozent.
Besonders stark wächst die Bedeutung der Europäischen Union. Auf die Mitgliedstaaten entfallen laut Prognose 60 Prozent der Ausfuhren. 2025 lag der Anteil noch bei 47,8 Prozent. Nordamerika bleibt mit 9,0 Prozent der wichtigste Markt außerhalb der Europäischen Union, verliert aber gegenüber dem Vorjahreswert von 12,3 Prozent an Gewicht.
Auch andere Regionen gehen zurück. Der Anteil der Nicht-EU-Länder sinkt von 10,3 auf 7,8 Prozent. Großbritannien kommt auf 4,4 Prozent. Der Mittlere Osten fällt von 8,4 auf 4,2 Prozent. China erreicht nur noch 0,6 Prozent nach 2,3 Prozent im Vorjahr. Asien bleibt mit 8,2 Prozent weitgehend stabil.
Auftragsbestand bleibt solide
Die Auftragsreichweite liegt 2026 bei geschätzten 7,1 Monaten. Damit bleibt sie auf einem soliden Niveau, unterschreitet jedoch den Vorjahreswert von 7,7 Monaten. Gleichzeitig sinkt die Kapazitätsauslastung von 87 auf 81 Prozent.
Die Entwicklung spricht für eine vorsichtigere Produktionsplanung. Gründe sind unter anderem geopolitische Unsicherheiten, hohe Finanzierungskosten und verzögerte Genehmigungsverfahren.
Unternehmen passen Personalplanung an
Die Beschäftigungsentwicklung zeigt ein gemischtes Bild. Rund 20 Prozent der Unternehmen planen einen Personalaufbau. 30 Prozent rechnen mit einem Stellenabbau. Etwa die Hälfte will die Zahl der Beschäftigten stabil halten.
Damit reagiert die Branche auf eine verhaltenere Investitionsdynamik und vorsichtigere Geschäftserwartungen. Der Fachverband verweist zugleich auf Verschiebungen innerhalb der Branche. Frei werdende Fachkräfte könnten bei Wettbewerbern oder in angrenzenden Technologiebereichen neue Stellen finden.
Genehmigungen bremsen Investitionen
Der Fachverband bewertet die regulatorischen Rahmenbedingungen weiter kritisch. Lange Genehmigungsverfahren und hoher Verwaltungsaufwand verzögern Projekte und erschweren Investitionsentscheidungen. Das betrifft Vorhaben in Deutschland ebenso wie Projekte im europäischen Markt.
Für die Hersteller bleiben Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Energieeffizienz zentrale Investitionsfelder. Mehr Planbarkeit erwarten sie vor allem durch schlankere Genehmigungsprozesse und geringere administrative Anforderungen.
Belebung im Jahr 2026 erwartet
Die Abfall- und Recyclingtechnik bleibt ein wichtiger Ausrüster der Kreislaufwirtschaft. Strengere Umweltauflagen, höhere Recyclingquoten und der Wunsch nach mehr Rohstoffsouveränität stützen die Nachfrage.
Für 2026 sieht die Branche Anzeichen einer schrittweisen Belebung. Auch die derzeit in München stattfindende IFAT stützt diese Einschätzung. Der Fachverband verweist auf hohe Fachbesucherqualität, konkrete Projektgespräche und neue Projektanbahnungen.







