Die Lösung kommt nach Angaben von Wasteer bereits an 33 Standorten in zehn europäischen Ländern zum Einsatz. Drei Installationen in Frankreich laufen derzeit.
Lachgaskartuschen belasten Anlagenbetrieb
In Frankreich betreiben Entsorger 126 Müllverbrennungsanlagen. Sie verarbeiten jährlich rund 14,5 Millionen Tonnen Abfall. Seit mehreren Jahren nehmen dort Explosionen zu, die vor allem auf Kartuschen mit Distickstoffmonoxid, auch Lachgas genannt, zurückgehen.
Nach Angaben des französischen Branchenverbands SVDU sind fast zwei Drittel der Anlagen betroffen. Die Vorfälle führen demnach zu Stillständen von 20 bis 40 Stunden je Fall. Reparaturen können bis zu 200.000 Euro kosten. Die jährlichen Verluste der Branche werden auf 35 bis 40 Millionen Euro geschätzt.
Der Pariser Abfallverband Syctom berichtet, dass 2025 rund eine Million Kartuschen in seine drei Verbrennungsanlagen gelangten. Sie verursachten mehr als 25.000 Explosionen. Die Kosten beziffert Syctom auf nahezu 15 Millionen Euro. Die Vorfälle gefährden Beschäftigte durch Brände und umherfliegende Teile. Zudem können sie öffentliche Infrastruktur beeinträchtigen.
Erkennung vor der Verbrennung
Wasteer kombiniert Kameratechnik mit KI-basierter Software. Die Lösung erkennt auffällige Objekte vor der Verbrennung, reduziert nach Unternehmensangaben Emissionsspitzen durch unerwünschte Abfälle und verringert Schwankungen des Heizwerts. Zudem soll sie den Durchsatz verbessern.
Die Software analysiert laut Wasteer mehr als zwölf Millionen Tonnen Abfall pro Jahr. Neben der Objekterkennung im Bunker umfasst die Lösung auch die automatische Kennzeichenerkennung, die Berechnung des Heizwerts je Anlieferung in Echtzeit und die automatisierte Erstellung von Betriebsberichten.
Damit können Betreiber Anlieferungen bis zur Quelle zurückverfolgen. Zugleich erhalten sie eine objektive Datengrundlage für die Zusammenarbeit mit Lieferanten.
Markteintritt mit lokalem Partner
Für den Ausbau in Frankreich arbeitet Wasteer mit NextWaste zusammen. Das Unternehmen ist im französischen Markt für Abfallmanagementlösungen aktiv und bringt lokale Marktkenntnis ein. NextWaste hatte zuvor bereits mit dem KI-Abfallanalyse-Anbieter Greyparrot kooperiert.
Wasteer will die laufenden Installationen in Frankreich als Grundlage für weitere Projekte nutzen. Das Unternehmen sieht in der steigenden Zahl von Vorfällen durch Lachgaskartuschen einen zentralen Anwendungsfall für KI-gestützte Abfallanalyse in thermischen Abfallverwertungsanlagen.







