Für das Jahr 2026 wird eine Steigerung der Weltrohölnachfrage um 1,38 mbd auf 106,53 mbd prognostiziert. Bei einer Förderung von 54,83 mbd außerhalb der OPEC+ wäre eine OPEC+Fördermenge von 42,94 mbd erforderlich, um die Nachfrage zu decken. Hinzuzurechnen ist eine NGL- (Natural Gas Liquids) Produktion von 8,76 mbd. Die Fördermenge der OPEC+ lag zuletzt bei 42,74 mbd und ist damit aktuell um 0,36 mbd unterversorgt. Der Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC ist Teil einer langfristigen, strategischen Neuausrichtung ihrer Energiepolitik. Offiziell begründen die VAE diesen Schritt damit, dass sie ihre Förderpolitik stärker an nationalen Interessen und erweiterten Produktionskapazitäten ausrichten wollen. Hintergrund sind anhaltende Spannungen innerhalb der OPEC über Förderquoten, durch die die Emirate in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung eingeschränkt werden. Trotz erheblicher Investitionen in den Kapazitätsausbau konnten diese unter den bestehenden Beschränkungen nicht vollständig genutzt werden. Zudem spielen geopolitische Faktoren, insbesondere sicherheitspolitische Spannungen im Nahen Osten sowie Konflikte mit anderen OPEC-Mitgliedern, eine zentrale Rolle.
Stahlpreise
Die weltweite Rohstahlproduktion liegt seit Jahresbeginn unter dem Niveau des Vorjahres. Im März ging die Produktion gegenüber dem Vorjahresniveau um 4,2 % zurück. Diese Entwicklung wurde vor allem durch geringere Produktionen in China (-6,3 % ggü. Vorjahr), Russland (-11,4 % ggü. Vorjahr) und Japan (-4,1 % ggü. Vorjahr) getrieben. Die Stahlpreise haben sich im April erneut erhöht. Warmbreitband kostet 2,2 % mehr als im Vormonat, Walzdraht 2,1 % und Feinblech 2,8 %. Bis Ende Q2 2026 erwarten wir bei den Stahlpreisen weiterhin einen leichten Aufwärtstrend. Die Nachfrage nach Stahlschrott ist durch die Wiederaufnahme der Schrottkäufe durch die Türkei gestiegen. So stieg Stahlaltschrott um 4,1 %, Stahlneuschrott um 3,2 %. Für das zweite Quartal 2026 rechnet die IKB mit stagnierenden Preisen für Stahlschrott. Ausschlaggebend wird die Nachfrage aus der Türkei sowie die Entwicklung der Transportkosten sein.
Aluminiumpreise
In den ersten drei Monaten 2026 lag die Produktion von Primäraluminium um 1,2 % über dem Vorjahresniveau. Der Produktionsanstieg betrug in China 1,6 %, in Europa konnte der Output um 3,9 % gesteigert werden. Der Irankonflikt beschränkt die Aluminiumproduktion in den Golfstaaten, die im März 2026 um 5,2% gegenüber dem Vorjahresmonat sank. Die Lagerbestände an den Börsen entwickeln sich weiterhin uneinheitlich: An der LME sanken die Bestände um 11 %, während an der SHFE wie in den Vormonaten deutlich mehr Aluminiumbestände zu verzeichnen waren.: Seit Beginn des Irankonflikts stieg der Preis für Primäraluminium um 17,3% auf 3.600 US-$/t. Die IKB erwartet aufgrund der angespannten geopolitischen Situation bis Ende des ersten Halbjahres einen Primäraluminiumpreis von 3.650 US-$/t in einem Band von +200 US-$/t.
Kupferpreise
Die globale Kupferminenproduktion lag Ende Februar 2026 0,4 % höher als im Vorjahr. Produktionseinschränkungen in Indonesien und der DRK wurden durch eine anziehende Produktion in anderen Ländern ausgeglichen. Die Produktion von raffiniertem Kupfer stieg mit 2,5 % gegenüber Vorjahr stärker an als die Minenproduktion. In China und der DRK (59 % an der Gesamtproduktion) zog die Produktion bis Ende Februar um 6,3 % an. Der Kupferverbrauch blieb im gleichen Zeitraum relativ stabil. Damit wird in den ersten zwei Monaten 2026 von einem Angebotsüberhang ausgegangen. Die Kupferlagerbestände entwickelten sich stark unterschiedlich: während die Vorräte an der LME um 9 % zulegten, bewegten sich die SHFE-Bestände stark nach unten (-44 %). Der Kupferpreis zog im April leicht an (+2,8 %). : Den Kupferpreis sieht die IKB bis Ende Q3 2026 bei 13.000 US-$/t in einer Bandbreite von +700 US-$/t.







