Standort mit wachsender Bedeutung
Die Einrichtung gehört zur Caritas der Erzdiözese München und Freising und betreibt in Raubling 120 Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung sowie eine Förderstätte mit 24 Plätzen für Personen mit hohem Unterstützungsbedarf. Die Aktenvernichtung bildet einen wirtschaftlich relevanten Geschäftsbereich. Mehr als 4.000 Kunden aus Oberbayern nutzen das Angebot zur datenschutzkonformen Vernichtung von Unterlagen und Datenträgern.
Anlagenkonzept über drei Ebenen
Bereits in der Planungsphase des Neubaus wurde die Aktenvernichtung integraler Bestandteil des Gebäudekonzepts. Die Anlage erstreckt sich über drei Geschosse. Im Obergeschoss befinden sich Handarbeitsplätze für die Vorsortierung. Das Erdgeschoss dient als Annahmezone mit Anlieferung für Lastkraftwagen. Im Untergeschoss sind Zerkleinerung und Verpressung untergebracht.
Die Planung berücksichtigte von Beginn an Anforderungen an Arbeitssicherheit, Brandschutz und einfache Bedienbarkeit. Die Anlage lässt sich auch ohne vertiefte technische Ausbildung sicher betreiben. Gleichzeitig verhindern abgestimmte Schutzsysteme Risiken für die Beschäftigten.
Einwellenzerkleinerer für höhere Betriebssicherheit
Kern der Anlage ist ein Einwellenzerkleinerer vom Typ VIZ 1300 des Herstellers Vecoplan. Die Entscheidung für dieses Konzept basiert auf der höheren Robustheit gegenüber Störstoffen. Im Gegensatz zu Zweiwellensystemen lassen sich einzelne Schneidkronen gezielt wechseln oder drehen, ohne das gesamte Schneidwerk zu ersetzen. Das reduziert Stillstandzeiten und senkt Wartungskosten.
Ein hydraulisch öffnendes Bodenblech ermöglicht den schnellen Zugriff auf den Schneidraum, auch im befüllten Zustand. Der Materialfluss erfolgt vertikal: Nach der Sortierung gelangen die Akten über Fallschächte in das Untergeschoss, werden zerkleinert und anschließend über Fördertechnik einer Ballenpresse zugeführt. Diese verdichtet das Material zu transportfähigen Einheiten.
Integration unter anspruchsvollen Bedingungen
Die Umsetzung stellte hohe Anforderungen an Logistik und Koordination. Rohbau und Anlageninstallation liefen parallel. Zeitweise waren zentrale Zugänge im Gebäude nicht nutzbar. Große Komponenten wurden über externe Gerüste in die jeweiligen Ebenen eingebracht. Die enge Abstimmung zwischen Bau- und Anlagentechnik erwies sich als entscheidend für den Projektverlauf.
Brandschutz und Entstaubung wurden vollständig in das Anlagenkonzept integriert. Automatische Brandschutzklappen verhindern im Ereignisfall die Ausbreitung von Rauch über mehrere Etagen. Funken-Detektionssysteme erkennen potenzielle Zündquellen frühzeitig. Absaugpunkte an allen Übergabestellen reduzieren Staubemissionen und minimieren Explosionsrisiken.
Deutlich gesteigerte Kapazität
Seit der Inbetriebnahme arbeitet die Anlage stabil. Der Durchsatz liegt bei bis zu 2,4 Tonnen pro Stunde und damit deutlich über der bisherigen Leistung von rund 800 Kilogramm pro Stunde. Die höhere Kapazität verbessert die Auslastung und schafft zusätzliche Auftragsmöglichkeiten.
Parallel dazu ermöglicht sie eine Ausweitung der Beschäftigungsangebote. Die technische Infrastruktur unterstützt damit direkt den sozialen Auftrag der Einrichtung, indem sie verlässliche Arbeitsplätze und strukturierte Tätigkeiten bereitstellt.
Digitale Unterstützung im Betrieb
Der Anlagenbetrieb wird durch das Vecoplan Smart Center ergänzt. Das System erlaubt eine Fernüberwachung und schnelle Diagnose von Störungen. In vielen Fällen lassen sich Probleme ohne Vor-Ort-Einsatz beheben, was die Anlagenverfügbarkeit weiter erhöht.
Industrie und sozialer Auftrag im Zusammenspiel
Mit der neuen Anlage verbindet die Einrichtung wirtschaftliche Leistungsfähigkeit mit sozialer Integration. Die Aktenvernichtung sichert Einnahmen und schafft gleichzeitig Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung. Das Projekt zeigt, wie sich industrielle Zerkleinerungstechnik in inklusive Arbeitskonzepte integrieren lässt.







