Neue Erkenntnisse zur regionalen Verteilung
Schwefelhexafluorid weist ein sehr hohes Treibhauspotenzial auf und trägt über lange Zeiträume zur Erwärmung bei. Messungen der Goethe-Universität Frankfurt im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigen, dass die Verteilung der SF₆-Emissionen in Deutschland regional deutlich variiert. Grundlage der Analyse ist ein konsistenter Datensatz aus kontinuierlichen Messungen an der Zugspitze, am Taunus-Observatorium sowie aus dem europäischen ICOS-Netzwerk. In Kombination mit Modellrechnungen ergibt sich ein differenziertes Bild, das von bisherigen Annahmen abweicht.
Emissionshotspot in Südwestdeutschland
Für den Zeitraum von 2021 bis 2023 wurde in Südwestdeutschland ein Emissionsschwerpunkt mit jährlich rund 30 Tonnen SF₆ identifiziert. Diese räumliche Konzentration stimmt nicht mit den bislang gemeldeten Emissionsquellen überein, die eine gleichmäßigere Verteilung nahelegen. Während die Gesamtemissionen Deutschlands mit den internationalen Berichtsdaten übereinstimmen, zeigen die Messungen Abweichungen bei der regionalen Zuordnung einzelner Quellen.
Erste kontinuierliche Messungen von NF₃
Ein weiterer Bestandteil der Studie ist der Aufbau kontinuierlicher Messungen von Stickstofftrifluorid in Deutschland. Seit Februar 2023 werden am Taunus-Observatorium entsprechende Daten erhoben. Die bisherigen Ergebnisse deuten auf einen moderaten Anstieg der globalen Konzentration hin, während regionale Emissionsereignisse in Deutschland bislang nur in geringem Umfang beobachtet wurden.
Bedeutung für Emissionsberichte und Minderungsmaßnahmen
Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Atmosphärenmessungen für die Validierung und Weiterentwicklung von Emissionsinventaren. Sie ermöglichen die Identifikation bislang nicht erfasster Quellen und liefern eine Grundlage für gezielte Minderungsmaßnahmen. Angesichts des hohen Treibhauspotenzials von SF₆ und NF₃ gewinnen belastbare Messdaten für die Bewertung und Steuerung von F-Gase-Emissionen in Deutschland zunehmend an Bedeutung.







