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Hausse bei Aluminium

Die Aluminiumnotierungen an der Londoner Metallbörse (LME) stiegen in den zurückliegenden Tagen deutlich an. Zuletzt (31. März) notierte das Leichtmetall aus Dreimonatsbasis mit 3505,00 bis 3506,00 US-Dollar. Gleichzeitig sind die sichtbaren Bestände in den lizensierten Lagerhäusern der LME rückläufig, sie lagen Ende März bei nur noch 416.775 Tonnen. 
© E. Zillner
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Die festen Preise sind nicht zuletzt eine Folge der aktuellen globalen Krisen. Vor allem der Krieg am Golf wirkt sich derzeit massiv auf das Vertrauen der Marktteilnehmer und die Lieferketten aus. Nicht nur die Sperrung der wichtigen Wasserstraße von Hormus führt zu massiven Beeinträchtigungen des Marktes, sondern vor allem auch die Angriffe auf Aluminiumproduzenten in der Region.  Der Iran hatte am Wochenende die beiden Aluminiumproduzenten Alba und EGA unter Feuer genommen. Die Hüttenanlage Al Taweelah von Emirates Global Aluminium (EGA) wurde bei einem Drohnen- und Raketenangriff auf Abu Dhabi erheblich beschädigt. Analysten zufolge verdeutlicht dies das Risiko anhaltender Versorgungs­engpässe, solange der Konflikt im Nahen Osten andauert. 

Auf dem deutschen Aluminiummarkt steigen die Preise ebenfalls, gleichzeitig werden bestimmte Schrottqualitäten knapper. Analysten betonen, hierfür sei weniger der reale Bedarf verantwortlich, sondern die Sorge vor Lieferengpässen. Aus fundamentaler Sicht sei der Aluminiumabsatz weiterhin überschaubar, denn viele aluminiumverarbeitende Unternehmen orderten weiterhin „auf Sicht“. Beispielhaft wurden die Automotivindustrie und der Bausektor genannt. „Der Aluminiummarkt ist derzeit sehr nervös, niemand weiß, wohin die Reise geht“, kommentiert ein Marktteilnehmer die Lage. 

Die Aluminiumschrottpreise folgten dem Londoner Trend und zogen an. Neuer Alu-Leg.-Schrott kupferarm (Angel) erlöste um 1.850 Euro, Drahtschrott aus Reinaluminium (Achse) wurde um 2.450 Euro gehandelt. Die Preiser für Aluminiumspäne (Autor) lagen bei 1.150 Euro, Aluminiumprofischrott (Alter) kostete rund 2.450 Euro.

Kupfer hält hohes Niveau

Kupfer notierte Ende März an der LME mit 12.234,00 bis 12.236,00 US-Dollar. Das rote Metall hält sich somit weiterhin auf sehr hohem Niveau, auch wenn Spitzenpreise wie Ende Januar zuletzt nicht erzielt wurden. Trotzdem belastet das hohe Preisniveau den Markt spürbar, denn Finanzierungskosten und lange Zahlungsziele mancher Abnehmer beeinträchtigen die Liquidität, nicht nur von kleinen Handelsunternehmen. Die Vorräte in den LME-Lagerhäusern wurden zuletzt mit 362.425 Tonnen angegeben.

Ähnlich wie bei Aluminium spielen auch auf dem Kupfermarkt die Auswirkungen des Krieges im Nahen Osten eine große Rolle. Auch hier hat man die Lieferketten und Versorgungswege mit Sorge im Blick. Hinzu kommen beim Kupferpreis aber zwei weitere Faktoren. Zum einen erwarten Analysten im Jahresverlauf einen merklichen Verbrauchsanstieg, der nicht völlig durch eine größere Produktion aufgefangen werden kann. „Die Nachfrage wird steigen“, meint ein Marktbeobachter mit Blick auf die globale Bedarfsentwicklung.

Zum anderen gilt Kupfer seit langem als Anlageobjekt, der Börsenpreis wird zunehmend durch das Engagement von Anlagefonds gestützt bzw. nach oben getragen. „Fundamental ist Kupfer sicher überbewertet, dennoch erwarten wir im Jahresverlauf eher festere als fallende Notierungen“, so das Argument von Marktbeobachtern mit Blick auf die Finanzmärkte.  Blanker Kupferdrahtschrott (Kabul) kostete zuletzt etwa 10.100 Euro. Die Preise für gehäckselten Kupferdrahtschrott lagen in der ersten Qualität (Kasus) bei 10.150 Euro, in der zweiten Qualität (Katze) um 9.700 Euro. Die nicht legierten Kupferdrahtschrotte erlösten 9.450 Euro für die erste Qualität (Kader) und 9.350 Euro für die zweite Qualität (Kanal). Schwerkupferschrott (Keule) wurde um 9.150 Euro gehandelt. 

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